Allgemeine Kauf-Tipps für Digital-Kameras

 

Vorab:
Egal, welche Kamera du heute kaufst ....
.... in einem halben Jahr gibt es eine viel bessere zum gleichen Preis und niemand will deine altmodische "Alte" noch haben!

 
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Als "Digitalkamera-Veteran" habe ich die obige Bemerkung schon öfter selbst erlebt!
Wer hatte im Juni 1998 schon eine eigene Digitalkamera? Seitdem fotografiere ich ausschließlich digital: Nacheinander mit der Canon Powershot A5 (0,8 MP!); Fuji MX 2700 (2,3 MP);
Fuji  4700 (2,4 MP); Fuji  6900 (3MP) →Foto auf der Startseite, Fuji S602 (3MP), seit Januar 2004 zusätzlich mit der Ixus 400 (4MP), seit Mai 2005 mit der Fuji F10 (6MP) und im Juni 2007 kam die Fuji 6500fd als "Zweitkamera" dazu. Seit August 2007 habe ich auch eine F31fd, als Ersatz der inzwischen "betagten" F10.
           Die Zeiten, als man noch lange gespart hat, um sich dann endlich die "Kamera fürs Leben" zu kaufen, sind vorbei! Auch die teuerste Digitalkamera ist in spätestens zwei Jahren veraltet!

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Jetzt kaufen oder besser noch etwas warten?

Zweifellos gibt es in wenigen Monaten noch bessere Kameras .... aber die ideale Kamera gibt es auch in zwei Jahren nicht!
Deshalb warte nicht zu lange! An jedem Tag ohne Digitalkamera entgehen dir unwiederbringliche Motive; denn eines ist sicher: mit einer Digitalkamera fotografierst du garantiert mehr als zuvor!
        Nach einiger Zeit wirst du allerdings mit jeder Kamera unzufrieden sein! Deshalb ist es sinnvoll, zunächst eine relativ preiswerte Kamera zu kaufen. Später - wenn du mehr Erfahrungen hast und weißt worauf es dir ankommt - kannst du viel zielbewusster eine neue, bessere Kamera aussuchen!


Preis
Ladenpreise; Im Internet erheblich günstiger! (Linkseite)

Wenn man nicht unbedingt den "letzten Schrei" haben muss, sollte man Ausschau halten nach Auslaufmodellen renommierter Hersteller (Canon, Olympus, Fuji ...). Finger weg von "Sonderangeboten" unbekannter Fabrikate bei Aldi, Lidl und Konsorten!

Unter 100.- € gibt es bereits Kameras mit vielen MP und Zoom. Der Pferdefuß ist aber meist eine große Auslöseverzögerung, starkes Rauschen und Randunschärfe. Zufrieden ist man mit diesen Kameras nur so lange, bis man sie mal mit anderen Kameras verglichen hat.
Ab 100.- €
gibt es bereits Kameras für gehobene Ansprüche.
Ab 150,- € gibt es Kameras, die auch die Möglichkeit zu Ausschnittvergrößerungen bieten.
Ab 250.- € musst man ausgeben, wenn man eine hochwertige Kamera (und größeren Zoombereich) erwartest.
Spiegelreflex-Kameras für Wechselobjektive gibt es bereits ab 550.- €
(→ Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven)

Achtung:
Bei fast allen Kameras muss noch mindestens ein Speicherchip und Reserve-Akku(s) (Spezial-Akkus sind teuer!) hinzugerechnet werden.
Bei Spiegelreflexkameras kommen die wahren Kosten erst dann, wenn teure Zusatzobjektive, Blitzlichtgerät, Fototasche usw. angeschafft werden ... und das ist unvermeidlich, sonst hätte man ja gleich "nur" eine Kompaktkamera kaufen können.

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Auflösung

Digitalkameras werden nach ihrer "Auflösung" in "Megapixel = MP" eingeteilt. Wer sich ausführlich darüber informieren möchte, kann das unter dem Menüpunkt Kamera-Sensoren tun.

.... Aber Vorsicht, nicht immer steigt mit der Pixelzahl auch die Detailwiedergabe der Bilder (Hinweis).
Was eine Kamera z.B. mit der Aufschrift "12 MP" wirklich kann, zeigt sich erst im Testbild! Es gibt sogar Kameras mit einem 4 MP Sensor die auf  12 MP "hoch-interpolieren" (mogeln)!
Schlecht korrigierte Objektive können die Bildqualität weiter verringern! Und bei höheren ISO-Werten sinkt die Auflösung noch weiter.
Hier hilft ein Blick in Testberichte der Fachzeitschriften wie z.B. "CHIP-Foto-Video", "Colorfoto" und "c't".
Hinweise zu Internetseiten mit z.T. sehr gründlichen Testberichten finden sich auf der Seite "Links".

Selbst gute 2 MP-Kameras liefern bereits Bilder, die kaum schlechter als die von APS-Kameras sind. Für die Betrachtung am Bildschirm reichen sie durchaus! (Bildbeispiele)

Gute 4 MP-Kameras brauchen selbst den Vergleich mit konventionellen KB-Spiegelreflex-Kameras nicht zu scheuen! (Hinweise)

Bei 1:1 Betrachtung zeigt ein Monitor bereits bei 4 MP nur einen sehr kleinen Ausschnitt des Bildes!
Und bei Vollformat sind selbst auf dem besten Profi-Bildschirm und bei 1600 x 1200 Auflösung bei 8 MP-Bildern nicht mehr Details zu sehen als bei Bildern guter 4 MP-Kameras! (Beweis).
Das gleiche gilt für 10 x 13 cm Papierbilder.

Wer mir nicht glauben will ... hier sind andere Websites:
http://www.6mpixel.org

http://www.heise.de/foto/artikel/108906

 

Wieviel MP muss eine Kamera haben?

0,8

1,3

2

3

4

6

8

Normaler Monitor (19"; 1280 x 1024)              
Profi-Monitor (21"; 1600 x 1200)              
Foto 10 x 13 cm              
Foto 13 x 18 cm              
Poster 20 x 30 cm              
Poster 20 x 30 cm (Höchste Ansprüche)              
Riesenposter (Aus entspr. großem Betrachtungs-Abstand)              
Die Angaben gelten für "nominelle" Pixel! Nicht für  → "echte" Pixel
  Sehr gut Verglichen werden jeweils randlos ("full screen") auf dem Monitor betrachtete Digitalbilder gegen ein eingescanntes optimales KB-Foto; bzw. Digital-Papierbilder mit entsprechend großen Papierbildern des optimalen KB-Fotos.
  gut
  akzeptabel
  nicht zu empfehlen

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Wozu sind Kameras mit mehr als 6 MP gut?

Hand auf's Herz:
Wie oft hast du am PC Ausschnittvergrößerungen erstellt oder Papierbilder größer als 13 x 18 cm anfertigen lassen? Denn nur dann lohnen sich mehr als 4 MP!

Je mehr MP, um so kleiner sind die einzelnen Sensorzellen. Und das erfordert entsprechend hohen Aufwand, um das Rauschen zu reduzieren.
Außerdem sind nur sehr gute Objektive in der Lage, die hohen MP dieser kleinen Sensoren voll auszunutzen!
Natürlich kann man eine 12MP-Kamera auch ständig auf 6MP einstellen, um Speicherplatz zu sparen. Aber das wäre so, als würde man einen Porsche nur zum Brötchenholen (und Angeben) benutzen.
Das 12 MP-Rausch-Problem hat man übrigens trotzdem!


Fazit:
Wenn man seine Bilder nur am Bildschirm betrachten will bzw. mit 10 x 15 cm Bildern zufrieden ist, dann ist eine "Profi 11MP-Kamera" mit Sicherheit Geldverschwendung!
Selbst eine 4MP-Kamera (= 2MP "echte" Pixel) liefert mehr als für perfekte Bilder nötig ist.
Für Riesenposter und starke Ausschnittvergrößerungen sind 8MP-Kameras völlig ausreichend.

Auf einem 17" Monitor mit 1024er Auflösung ist selbst zwischen 2MP(!) und 11MP nur ein geringer Unterschied feststellbar, wenn man beide Bilder formatfüllend betrachtet!
---> (
Ausschnitt aus beiden Bildern )
Verglichen wird hier die damals mit "gut" bewertete Canon IXUS v2 mit der 11MP-Canon EOS 1 Ds.
Ein Unterschied zeigt sich erst, wenn man einen
Teil-Ausschnitt des 2MP-Bildes auf das 11MP-Format vergrößert. Zum Vergleich dazwischen ein Teil-Ausschnitt des Bildes einer 4MP-Kamera (Ixus 400).
Ein 10 x 15 cm Bild von einem 6 x 6 Negativ ist ja auch nicht besser als das von einem KB-Negativ ... aber ein 50 x 80 cm Poster sehr wohl!

Achtung!
Nicht alle Kameras mit gleicher MP-Anzahl sind gleich gut! Manche haben einen rel. großen 1/1,7" andere nur einen 1/2,7" Sensor. Entsprechend kleiner und weniger lichtempfindlich sind die Zellen auf dem nur halb so großen 1/2,7" Sensor. Deshalb nicht nur auf die Größe des Monitors achten, sondern auch nach der Größe des Sensors fragen!

Mehr Infos

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Größe und Gewicht der Kamera

Nun steht die dritte wichtige Entscheidung an:
Wie groß darf die Kamera sein?
Wer unbedingt ein lichtstarkes Super-Tele haben muss, für den ist die Entscheidung schon gefallen!
"Echte" Weitwinkel (unter 35 mm) bieten leider nicht alle Kameras. Aber dafür kann man ja mehrer Aufnahmen zu einem eindrucksvollen
Panorama-Bild zusammensetzen.
Den Tele-Bereich kann man mit "Digital-Tele" erweitern. Diese Bilder haben dann aber eine geringere Auflösung!


Auslöse-Verzögerung

Ein besonderes Ärgernis mancher Digitalkameras - und damit wichtig bei der Kauf-Entscheidung - ist die Auslöseverzögerung! Man sieht ein Motiv, reißt die Kamera hoch, drückt ab ....... und es passiert mehr als endlose 2 Sekunden lang nichts, bis die Kamera endlich scharf gestellt und ausgelöst hat! Nach vorheriger Fokussierung (Druckpunkt!) lösen alle Kameras aber (fast) sofort aus. Deshalb ist es irreführend, wenn mit einer "Auslöseverzögerung" von 0,005 Sek. geworben wird, aber nicht, wie lange die Fokussierung dauert!
Die bisher schnellste (Sony T7) schafft Fokussierung und Auslösung in 0,1 Sekunden!

Nach der Aufnahme muss man dann manchmal 8 Sekunden warten, bis die nächste Aufnahme möglich ist.
Bei manchen Kameras muss man vorab schon 7 Sekunden warten, bis sie überhaupt startklar ist!
Aber nicht alle Kameras sind so behäbig!
Deshalb: lass dir die Kamera deiner Wahl beim Händler vorführen!

Tipp:
Geh' an eine Straße, schraub die Kamera auf ein Stativ, stell' auf eine bestimmte Stelle scharf (halb durchdrücken) und drück' den Auslöser dann ganz durch, wenn ein vorbeifahrender Radfahrer genau an dieser Stelle ist. Wenn du eine gute Reaktionszeit hast, dann wirst du ihn bestimmt erwischen. Ganz anders ist das Ergebnis, wenn du vorher nicht scharf gestellt hast, sondern den Auslöser sofort durchdrückst! Wetten, dass der Radfahrer bei fast allen Kameras gar nicht auf dem Bild ist?

Bei schlechter Beleuchtung
Die in Testzeitungen angegebenen Auslöseverzögerungen werden üblicherweise bei heller Beleuchtung ermittelt. Bei schlechter Beleuchtung sind sie um ein Vielfaches länger! Da aber viele Fotos in Innenräumen (Blitzaufnahmen!) aufgenommen werden, verhindert diese Verzögerung viele spontane Schnappschüsse, wenn man nicht vorher fokussiert hat.
SLRs sind - wenn sie nicht im Live-Monitor-Modus betrieben werden - weniger betroffen.
Fazit: Wer Wert auf spontane Fotos bei schlechter Beleuchtung legt, sollte die Kamera seiner Wahl auch unter diesen Bedingungen vorher testen!

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Speicherchip


Bild: www.elektronik-compendium

Die Entscheidung für eine Kamera sollte man zwar nicht von dem verwendeten Speicher-Typ abhängig machen, aber "Exoten" erschweren einen späteren Kamerawechsel!

Den höchsten Marktanteil haben zur Zeit die sehr kleinen "SD-Cards" (Mitte links) bzw. die "SDHC (High-Capacity)-Chips". Hier erhält man auch die meiste MB/Euro!
Seit 2009 gibt es auch SDXC (Extended Capacity) Chips, die bis zu 2TByte ermöglichen.

Fast alle Profi-Kameras setzen den robusteren und preiswerten CompactFlash-Chip (CF Typ I) ein (oben rechts). Häufig können sie auch den etwas dickeren CF Typ II aufnehmen. Der kann durch ein MicroDrive ersetzt werden.

Daneben gibt es noch einige "Exoten".

Der "MemoryStick" (Mitte rechts) wird nur in Sony-Kameras verwendet und ist rel. teuer! Besonders die "Pro"-Ausführung, die in manchen Kameras erst Video ermöglicht.

Weniger verbreitet sind die extrem kleinen "xD Picture Cards" (unten), die nur in Fuji- und Olympus-Kameras eingesetzt werden.

Einige ältere Fuji-Kameras verwenden den extrem dünnen SmartMedia-Chip (oben links), der aber technisch überholt ist.

Mehr zu diesem Thema:
http://www.elektronik-kompendium.de


Übertragungsgeschwindigkeit

Die Übertragungsgeschwindigkeit entscheidet darüber, wie lange man warten muss, bis das nächste Foto möglich ist. Besonders bei RAW-Fotos ist eine hohe Geschwindigkeit wichtig.
Die "Speed-Class" für SD / SDHC / SDXC gibt die garantierte Mindest-Übertragungsgeschwindigkeit in Megabyte/Sek. [MB/s] an. Die Zahl wird auf dem Chip innerhalb eines nach rechts offenen Kreises gezeigt.
Die ältere Einstufung von CF-Chips setzt 150 KB/Sek. = 1x. Dann entspricht "26x"  4 MB/Sek. Hier sind die MB aber die maximal möglichen. Deshalb entspricht 30MB/Sek.(200x) nur Speed-Class 10.
Letztendlich entscheidet allerdings die verwendete Kamera über die tatsächlich erreichten Übertragungswerte.

Speed [MB/Sek.] Speed Class alte Kennzahl
0,9 - 6x
1,5 - 10x
2,0 2 13x
4,0 4 26x
4,8 - 32x
6,0 6 40x
10,0 10 66x
15,0 15 100x
20,0 20 133x
30,0 30 200x

Die Werte für SDHC-Chips liegen zwischen 1,5 und 10; CF liegt haben max. 200x ; Memory-Stick max. 200x. Für xD gibt es keine Angaben (vermutlich, weil das peinlich wäre).
Handelsübliche SDHC-Chips liegen in der Speed-Class 4 bzw. 6. Für AVC-HD-Videos genügt "1,5".

Mehr zu SD-Chips in Wikipedia


Ersatz-Speicherchip

Da mit der Kamera häufig nur ein 16 MB-Chip geliefert wird, ist sofort ein größerer Chip fällig! Für Kameras mit mehr als 10MP sollte man mindestens einen mit 1 GB kaufen. Falls man häufig Videos aufnimmt, sind 4 GB sinnvoll. Es gibt zwar auch sehr viel größere Chips, aber besser sind mehrere rel. kleine Chips (Begründung).

Für längere Urlaubsreisen kann auch ein "mobiler Zwischenspeicher" sinnvoll sein.

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Batterien

Viele Kameras haben Spezial-Akkus, die ein Spezial-Ladegerät erforderlich machen. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn man nicht bei längeren "Fotosessions" sicherheitshalber immer einen (Spezial-)Reserve-Akku dabei haben müsste. Der kostet viele Euros und das ist bei einem (später unvermeidlichen!) Kamerawechsel  rausgeschmissenes Geld!
Manche Kameras halten aber lange genug durch (z.B. F30), sodass ein Reserve-Akku überflüssig ist.

Unproblematisch sind Kameras, die mit handelsüblichen AA-Akkus arbeiten. (Mehr Infos)

 


 

Wer seine Entscheidung besonders gründlich vorbereiten will, kann sich auf der Seite "Checkliste" informieren, worauf man beim Kauf einer Digitalkamera noch achten sollte!
Wer Hinweise sucht, wie er eine Digitalkamera selber testen kann, sollte die Seite über meine "Testberichte" lesen!
Wer meine private Meinung lesen will, sollte die Seite "Was würde ich kaufen?" lesen.
Wer andere Testberichte als Entscheidungshilfe nutzen möchte, sollte zuvor die Seite "Vorsicht Kamera-Tester" lesen!
Meine aktuellen Gedanken zu "Kamera-Problemen" solltest du auch mal lesen.

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Letzte Überarbeitung: 02.02.2010