Kameras mit Wechselobjektiven
 
Seit "analogen" Zeiten gibt es verschiedene Kamera-Typen, bei denen das Objektiv gewechselt werden kann (u.a. die Leica).
Die sog. Einäugigen Spiegelreflexkameras (eng.: SLR) waren damals aber die einzigen, die das Motiv durch das Objektiv (ohne Parallaxe) zeigen konnten. Das kann heute jede Digitalkamera!
Ganz bewusst trägt deshalb diese Seite nicht den Titel "Spiegelreflex-Kameras", sondern "Kameras mit Wechselobjektiven".


Obiger Text wurde bereits bei der Erstellung dieser Seite (2002!) geschrieben, als es nur SLRs gab. Deshalb bin ich stolz darauf, dass ich bereits damals die heutige Entwicklung habe kommen sehen. Erst jetzt, fast zehn Jahre danach, benutzt z.B. dpreview.com den Oberbegriff "ILC" (Interchangeable Lens Cameras).


Welche Typen gibt es?

  • Reine Spiegelreflex-Kameras
    Ein Schwingspiegel lenkt das Bild zum Sucher, der nur bei hochwertigen Kameras aus einem Prisma, sonst nur einem Spiegelsystem besteht. Video und Live-Monitor sind technisch nicht möglich.
    Der Monitor wird nur zur nachträglichen Bildkontrolle verwendet.
    Der durch den halbdurchlässigen Schwingspiegel ermöglichte Phasen-Autofokus  ist sehr schnell.
     
  • Hybrid-Kameras (Spiegelsucher und Live-Monitor)
    Durch Wegklappen des Schwingspiegels wird der Sensor - wie bei allen kleinen Digitalkameras - direkt benutzt, um den (beweglichen) "Live-Monitor" zu versorgen. Dann ist die Scharfstellung aber nur mit dem (wegen der schweren SLR-Objektive) etwas langsameren Kontrast-Autofokus möglich.
    Video ist möglich (aber nicht immer realisiert).
     
  • Kameras mit feststehendem Spiegel
    Hier gibt es zwar noch einen Spiegel, aber keinen Spiegelsucher. Diese Speziallösung versucht die Vorteile des Live-Monitors mit denen des (durch einen halbdurchlässigen Spiegels ermöglichten) Phasen-Autofokus zu kombinieren. Der Spiegel zweigt eine geringe Lichtmenge (1/5 Blende) zum Fokussieren ab, während das meiste Licht direkt zum Sensor gelangt, der den Live-Monitor und den Monitorsucher versorgt. Bei Video und Serienbildern ist dadurch der schnelle Phasen-Autofokus aktiv.
    Persönliche Anmerkung: Hier versucht ein Kamerahersteller die Weiterverwendung seiner bisherigen Objektive zu ermöglichen, um keine Kunden zu verlieren.

     
  • Kameras ohne Spiegel  *)
    Durch den vollständigen Wegfall des Spiegels können die Kameras sehr viel dünner sein und es werden auch alle anderen Nachteile des Spiegels vermieden. Es können entsprechende Spezial-Objektive entwickelt werden, die die Problematik der Kamera-Sensoren besser berücksichtigen. Die erwarten nämlich möglichst senkrechten Lichteinfall = Hinterlinse möglichst groß und im geringen Abstand vom Sensor.
    Diese (längeren) Spezial-Objektive können dann allerdings nicht mehr in den dicken Kameras mit Spiegel (SLR) verwendet werden. Umgekehrt können SLR-Objektive aber mit Hilfe eines Adapters**) (Verlängerung) in den spiegellosen Kameras verwendet werden.
    Lautlos arbeiten übrigens diese Kameras auch nicht. Sie benötigen (derzeit noch) einen lauten Schlitzverschluss.

    Bild: 
    Der Abstand der Vorderlinse bis zum Sensor (gelb) ist bei gleicher Brennweite bei beiden Systemen etwa gleich. Moderne faltbare Objektive sind übrigens in "Ruhestellung" sehr viel kürzer als im unteren der beiden Bildchen dargestellt.

    ________________
    *) Derzeit gibt es noch keinen einheitlichen Namen für diesen Kameratyp. Ich wäre für "Kompakte Systemkameras". Damit würde ihr Vorteil herausgestellt. "Spiegellos" hört sich dagegen wie ein Mangel an. Erinnert mich an die damalige Bezeichnung der ersten Autos: "Pferdelose Kutschen".

    **) Pentax baut diesen Adapter übrigens in der K-01 fest ein. Verzichtet dadurch aber auf die o.g. Vorteile

 



Hier gibt es vier unterschiedliche spiegellose Konstruktionen.
 

  • Monitorsucher-Kameras (obiges Bild)
    Diese Kameras entsprechen den "normalen" SLRs, haben aber (wegen des fehlenden Spiegels) einen hochauflösenden Monitorsucher. Hier werden die Vorteile des großen Sensors, die kompakte Größe von Bridge-Kameras und die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln kombiniert ... ohne die Nachteile einer SLR.
    Bisher gab es nur sog. MICRO FourThirds-Kameras von Olympus und Panasonic. Aber inzwischen gibt es auch spiegellose Kameras mit APS-Sensor. Samsung hat entsprechende Kameras und Objektive auf den Markt gebracht (mit einem Auflagemaß von 27mm anstelle 43 mm von SLR-APS-Objektiven).
    Es ist nicht verwunderlich, dass diese spiegellosen Kameras und Objektive von "Außenseitern" entwickelt wurden.
    Die "Big Four" (Canon, Sony und Nikon und Pentax) halten derzeit noch am antiquierten Schwingspiegel-Prinzip fest. Sie wollen nicht - durch eine völlig neue Objektivserie - die mühselig aufgebaute Kundenbindung gefährden.
    Sony hat allerdings für den im folgenden Kapitel beschriebenen spiegellosen Kameratyp eine Parallel-Objektivserie entwickelt und will sie weiter ausbauen. Die geschlossene Front bröckelt also doch ...
    ..
     
  • Kameras ohne eingebauten Sucher
    Sie arbeiten nur mit einem (großen) Monitor als Sucher  (wie fast alle "normalen"  Kompaktkameras). Bei manchen kann allerdings ein Monitorsucher als Zubehör aufgesteckt werden.
    Sie verwenden die o.g. Spezial-Objektive und wirken zunächst relativ(!) klein, weil sie mit einem kurzbrennweitigem Festbrennweiten-Objektiv verkauft werden. Aber "immer-dabei-Kameras" sind sie trotzdem nicht! Und wer will schon auf Dauer nur mit z.B. 24mm WW  fotografieren, wenn er schon eine Wechseloptik-Kamera hat? Wenn sie dann mit einem Zoomobjektiv bestückt wird, kann man wohl kaum noch von einer "handlichen, kleinen" Kamera sprechen. Besonders bei Kameras mit APS-Sensor.
    (Abb.: 3x(!) Zoom)
    Aber dann ist die Falle zugeschnappt und man hat sich für ein System entschieden! Motto: "Einmal Sony, immer Sony!"

    Die entsprechenden "richtigen" spiegellosen Systemkameras, in denen man die gleichen Objektive verwenden kann, sind kaum größer und mit gleichem Zoom-Objektiv nicht "dicker", besonders wenn sie den kleineren 4/3"-Sensor verwenden. Und sie haben alle einen eingebauten Monitor-Sucher, einen Blitz-/Zubehörschuh und z.T. auch einen Schwenkmonitor. →Was würde ich kaufen?
     
  • Sucher-Kameras
    Kameras für Nostalgiker, die mit modernen "Teufelskram" nichts am Hut haben und nur einen optischen Sucher haben wollen, der entsprechend der Brennweite des Objektivs umgeschaltet wird. Der Monitor wird - wie bei älteren SLRs - nur zur nachträglichen Bildkontrolle verwendet.
     
  • Kameras mit wechselbarem Optik/Sensor-System
    Eine Sonderstellung nimmt das Ricoh GXR-System ein. Hier wird gleichzeitig mit der jeweiligen Objektiv auch der Sensor getauscht. So gibt es z.B. die Kombination 28-300mm Zoom mit 1/2,3" Sensor oder ein 28mm Festbrennweitenobjektiv mit APS-Sensor. Alle benutzen den Monitor als Sucher und machen die Kamera mind. 50mm "dick". Sie ist also keine Taschenkamera.
    Inzwischen gibt es aber auch ein Modul mit APS-C-Sensor und der Möglichkeit das Objektiv zu wechseln.

 



Welche Sensor-Größen gibt es?

 
  • Sensor in KB-Größe.
    Hier können alle KB-Objektive (der gleichen Firma) mit ihrer Nennbrennweite verwendet werden. Die Bildqualität ist so gut, dass sie  - zumindest bei hohen ISO-Werten -  selbst einen Vergleich mit konventionellen Mittelformat-Kameras nicht zu scheuen braucht. Da kann kein konventionelles Filmmaterial mithalten!
     
  • APS-Sensor.
    Durch den kleineren Sensor verlängert sich die Brennweite der Objektive. Bei einem  Crop-Faktor von 1,5 wird z.B. ein 28-200mm Objektiv zu einem 42-300mm Objektiv..
    Wegen des kleinen APS-Sensors ist nur noch ein kleiner Schwingspiegel nötig. Deshalb können Spezial-Objektive konstruiert werden, die aber nicht mehr in Kameras mit großem Spiegel eingesetzt werden können. Alle bisherigen KB-Objektive können aber eingesetzt werden.
    Die neuen spiegellosen APS-Kameras (oben) erfordern spezielle Objektive. Allerdings können "normale" Objektive mit Hilfe eines Adapters verwendet werden.

     
  • 4/3-Sensor.
    Der Verlängerungsfaktor ist 2,0 und damit entspricht. z.B. ein 14-42mm Objektiv einem 28-84mm bei KB.
    Der Sensor wurde anfangs in entspr. SLRs eingesetzt. Heute wird er fast ausschließlich in den neuen, spiegellosen MICRO FourThirds-Kameras eingebaut, die erheblich schlanker (dünner) sind. Sie erfordern Objektive des neuen (MICRO-)Standards. Allerdings können die alten 4/3-Objektive mit Hilfe eines Adapters verwendet werden.
    Panasonic und Olympus bieten bereits mehrere Modelle an. Aber dies System ist "offen", d.h. es gibt keine firmenspezifische Anschlüsse, sondern jedes Objektiv passt zu jeder Kamera.
     
  • Rel. kleine Sensoren
    Inzwischen gibt es auch Systemkameras mit 1/2,3" und etwas größeren Sensoren. Sie sind allesamt "spiegellos".
    • Persönlicher Kommentar:
      Der Sinn solcher kleinen "kompakten Systemkameras" erschließt sich mir nicht so recht. Wer unbedingt bei geringer Beleuchtung gute Bildqualität erreichen will, wird sich ohnehin gleich eine System-Kamera mit mindestens 4/3" Sensor kaufen, zumal die "Kleinen" auch nicht taschengerecht sind.
      Die Systemkameras mit 1/2,3"Sensor haben die gleichen Auflösungs- und Rausch-Probleme wie die entspr. Kameras mit fest eingebauter Optik. Systemkameras mit etwas größerem Sensor sind sicherlich etwas besser, aber man legt sich mit dem Kauf der Objektive für die Zukunft auf dieses System fest.
      Andererseits brauchen sich "
      anspruchsvolle Kompaktkameras" bei 90% der Motive selbst vor großen Systemkameras nicht zu verstecken und sind deutlich "taschengerechter". Und wenn sie ein 7x Zoom-Objektiv mit Blende 2,8 haben .... muss ich dann noch das Objektiv wechseln?
      Natürlich werden im Laufe der Zeit die Rauschprobleme der kleinen Sensoren immer weiter reduziert werden, aber gleichzeitig werden auch die großen Sensoren besser. Ergebnis: die "Rausch-Differenz" zwischen den großen und kleinen Sensoren ist wie zuvor.
      Das ist wie der Wettlauf zwischen Hase und Igel ....

 



Welche Vorteile (und Nachteile) haben Kameras mit Wechselobjektiven?

  • Extreme Weitwinkel- und Teleobjektive können eingesetzt werden (Vorausgesetzt, es gibt entsprechende Objektive für den Kameratyp ... und ich kann sie mir leisten!)
  • Aufgrund ihres zumeist größeren Sensors sind sie selbst bei hohen ISO-Werte relativ rauschfrei! Ich kann deshalb auch bei extrem ungünstigen Lichtverhältnissen mit kurzen Belichtungszeiten fotografieren. Zusätzlich kann ich noch ein lichtstarkes 1:1,4 Festbrennweiten-Objektiv nutzen (Hinweis).
  • Wenn ein Objektiv meinen inzwischen gewachsenen Ansprüchen nicht mehr genügt, kaufe ich mir einfach ein besseres ... vom gleichen Hersteller.
  • Ich kann meine teuren Objektive auch in der nächsten Kamera-Generation weiter verwenden ... wenn ich beim gleichen Kamera-Hersteller bleibe.
    Erkennst du wieder die Falle? Deshalb gibt es von jedem Hersteller billige Einsteiger-SLRs und sog. "handliche Kompaktkameras"! Die erste Kamera ist nur die "Einstiegsdroge". Von da ab ist man "abhängig" und festgenagelt auf die Objektive, Nachfolge-Kameras und System-Blitzgeräte des betr. Herstellers. Und damit verdient er dann Geld!
  • Wegen der prinzipbedingten längeren Brennweite kann ich mehr Einfluss auf die Schärfentiefe nehmen.
  • (nicht ganz ernst gemeint:) Man wird von anderen Knipsern sofort nach vorne durchgelassen, weil man für einen Pressereporter gehalten wird.

Aber alle diese Vorteile haben auch Kameras ohne Spiegelreflex-Sucher!

... und welche Nachteile?

  • Sie kosten (mit den entspr. Objektiven!) sehr viel mehr als die besten "Bridge-Kameras".
  • Sie sind (mit den entspr. Objektiven) sehr viel größer und schwerer als gute "Bridge-Kameras"
  • Für Makro-Aufnahmen  ist ein extra Objektiv fällig. (viele anderen Digitalkameras können das! → Beispiel)
  • Sie erfordern sehr viel bessere (teure) Objektive als Kameras mit fest eingebautem Objektiv, da eine Korrektur der Verzeichnung, Randabdunklung usw. in der Kamera nicht möglich ist.
  • Durch den (technisch notwendigen) Schlitzverschluss ist eine Blitzsynchronisation mit sehr kurzen Belichtungszeiten nicht möglich.
  • Selbst Kameras ohne Spiegel können nicht völlig lautlos auslösen wie Kompaktkameras.
  • Beim Objektivwechsel kann Staub auf den empfindlichen Sensor gelangen.
  • Der eingebaute Blitz kann bei Teleobjektiven nicht benutzt werden, weil die voluminösen Objektive das Motiv abschatten.

Der Spiegelreflex-Sucher bringt zahlreiche weitere →Nachteile!

 

Alle aktuellen Modelle und deren Spezifikationen findet man am besten auf www.digitalkamera.de . Dort "Kameras" und dann "Schnellzugriff" aufrufen. Dann hat man Zugriff auf praktisch alle bisherigen Digitalkameras und ggf. auch auf die Testberichte.

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Die Objektive

Die Bildqualität aller dieser Kameras hängt natürlich entscheidend von dem jeweils verwendeten Objektiv ab. Hier einige allgemeine Hinweise:
  • Die mit den Kameras gelieferten "Kit-Objektive" haben oft nur 3x-Zoom und sind bei Tele sehr lichtschwach: Bei umgerechnet 88(!) mm nur Blende 5,6. Die Bildqualität ist zwar nicht schlecht, die Randschärfe lässt aber z.T. sehr zu wünschen übrig. Mehr als 12MP liefern sie selbst in Bildmitte nicht.
  • Der Phasen-Autofokus arbeitet bei lichtschwachen Objektiven nur begrenzt oder gar nicht.
  • Gute Zoom-Objektive mit Stabilisator kosten oft über 1000.- Euro!
  • Die sehr hohe Auflösung von Festbrennweiten-Objektiven wird nur von hochwertigen Profi-Kameras ausgenutzt. Bei Baby-SLRs liefern sie keine besseren Bilder als Zoom-Objektive.
  • Preiswerte "Reisezooms" (umgerechnet: 29-320 mm) sind (abgeblendet) im Weitwinkelbereich recht gut, Im Telebereich deutlich schwächer und außerdem lichtschwächer als vergleichbare Objektive von Bridge-Kameras. Bei offener Blende liefern sie z.T. nur die Auflösung von 3MP-Kameras! → Mehr Infos
  • Reisezooms mit durchgängig Blende 2,8 kosten über 1000.- Euro.

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Persönlicher Kommentar:



Niemand bestreitet die überragenden Eigenschaften einer Profi-SLR. Was mich aber ärgert, ist die Überheblichkeit mancher Besitzer von Baby-SLRs, die glauben, dass jede SLR auch bei 08/15 Familienfotos allen anderen Kameras  haushoch überlegen ist.

Wer kauft heute die Baby-SLRs? Die Fotoindustrie versucht uns einzureden, dass eigentlich jeder eine SLR benötigt. Alle anderen Kameras wären doch nur Spielzeug (Zitat!). Und so werden die Baby-SLRs zu mind. 50% von Amateuren gekauft, die damit nur ihre Familienfotos bei Sonnenschein machen. Dabei liefern bei solchen Motiven heutige Foto-Handys bereits Bilder, die akzeptable Ausdrucke bis zu A4 ermöglichen.
Mit einer guten Mini-Kamera mit z.B. 28 - 112 mm Zoom sind mindestens 98% aller üblichen Fotos möglich. Und das in einer Qualität, die ein Laie garantiert nicht von SLR-Fotos unterscheiden kann.
(→ Was würde ich kaufen?

Ich könnte es auch so formulieren:
Wer seine D-SLR nicht für Sportfotos bei schwierigen Lichtverhältnissen und/oder für wirklich extreme Weitwinkel- und Teleaufnahmen nutzt, nur das lächerliche Standard-3x-Zoom verwendet, nur mit Automatik / Motivprogrammen arbeitet und seine Bilder nur am TV-Bildschirm ansieht, der muss sich fragen lassen, warum er eigentlich eine SLR gekauft hat.
Welchen Vorteil hat sie für ihn, außer Unbedarfte zu beeindrucken?

Nach der ersten Begeisterung kaufen sich ohnehin viele SLR-Besitzer später eine kleine "Immer-dabei-Kamera" und lassen dann ihre SLR meist im Schrank, zumal die - wegen der geringen Schärfentiefe - für spontane Aufnahmen von mehreren Personen ohnehin nicht optimal sind .....
(→ Erfahrungsbericht)

Henner, 16.11.2008
 



Eine Anekdote aus vergangenen Zeiten

Die folgende Begebenheit habe ich selbst erlebt. Ehrlich! Sie ereignete sich zu Zeiten, als Belichtungsautomatiken noch nicht üblich waren.

Als ich während meiner Studienzeit bei meinem Fotohändler hereinkam, da erzählte der mir stolz, dass gerade ein zufriedener Kunde den Laden verlassen habe. Der hatte sich kürzlich eine SLR gekauft - weil alle seine Bekannten auch eine hatten. Aber er war dann ganz enttäuscht von seinen falsch belichteten und unscharfen Bildern. Mit seiner guten alten Box-Kamera hatte er viel bessere gemacht! Da wusste mein Fotohändler Rat. Er stellte die SLR (wie die Box) auf Blende 8; 1/100 Sek. und 3 Meter ein, verklebte die Einstellringe mit Tesafilm und empfahl, nur bei Sonnenschein zu fotografieren.
Und gerade hatte der Kunde seine neuen Fotos abgeholt, mit denen er wieder voll zufrieden war.

Sicherlich ist eine solche Radikal-Methode heute nicht mehr notwendig (es gibt ja schließlich Belichtungsautomatik und Autofokus), aber auch heute gilt noch, dass man sich nicht eine Kamera aufschwatzen lassen sollte, die man nicht wirklich benötigt.


Deshalb mein Tipp:

Wer nicht ganz sicher ist, dass er unbedingt eine SLR benötigt, sollte zunächst eine gute kleine Kamera kaufen. Nur wenn er dann nach einigen Monaten feststellt, dass er gerne Motive fotografiert, die er nur mit einer SLR bewältigen kann - und bereit ist, sie mitzuschleppen - erst dann sollte er sich eine kaufen. Dann wird er den Kauf nicht bereuen ... bis ein neues Modell auf den Markt kommt.


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Letzte Überarbeitung: 05.12.2011