| GPS und andere Spielereien |
GPS
| Seit Ende 2009 tauchen immer mehr
Kameras mit eingebauten GPS auf. Sie ermitteln laufend und stromfressend
(oder erst ca. eine Minute nach dem Einschalten der Kamera) die aktuelle Position und speichern diese
Information in den jeweiligen
Bilddateien. Manche Kameras haben außerdem tausende von
"Sehenswürdigkeiten" verschiedener Länder gespeichert und führen den
Fotografen dort hin. Toll! Es fehlt nur noch, dass sie dort
automatisch ein Foto machen. Später kann man sich dann am PC auf einem Stadtplan anzeigen lassen, wo man die Bilder gemacht hat. Gerade das Richtige für Weltenbummler, die am Ende ihrer Reise schon nicht mehr wissen, wo sie eigentlich gewesen sind. Oder für geltungsbedürftige Zeitgenossen, die sich für begnadete Fotokünstler halten und deshalb unbedingt das 498. Bild vom gleichen Motiv bei Google-Earth (Panoramio) hochladen möchten.
Eine gewisse Berechtigung kann ich ja noch erkennen, wenn man einen (vorher auf die Kamera heruntergeladenen) Stadtplan aufrufen kann, um sich in einer unbekannten Stadt zurecht zu finden. Aber diesen Service bieten ja auch viele Handys.
Mit
IrfanView
(ab Version 4.27) kann man übrigens mit "e" die
gespeicherten GPS-Daten eines Bildes ansehen. Klickt man "Show in Google Earth" an,
dann wird Google Earth aufgerufen und zoomt automatisch zu der
Aufnahmeposition. Bei Motiven, die schon
Tausende vor mir fotografiert haben, kann über die "Panoramio"-Bilder auch die Frage: "Was
habe ich da eigentlich fotografiert?" beantwortet werden. Bei
bekannten Sehenswürdigkeiten genügt auch, "Interessante Orte" anzeigen zu
lassen. Beendet man
Google Earth, so ist man
wieder bei seinem IrfanView-Bild. Diesen Service bieten nicht viele
Programme. *) Die Geo-Daten habe ich hier mit dem Programm GeoSetter (sh. unten) nachträglich eingefügt. |
Kompass
| Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, verfallen die Hersteller auf immer ausgefallenere Ideen. Eine davon ist ein eingebauter Kompass. Auf den GPS-Stadtplänen ist dadurch nicht nur der Standort, sondern auch die Blickrichtung der Kamera erkennbar. Wie hat man bloß bisher ohne diese Möglichkeiten fotografieren können? |
Zeitzone
| Ein angenehmer "Nebeneffekt" ist bei manchen Kameras, dass GPS sie automatisch auf die jeweilige Ortszeit umstellt. Das ist bei Reisen über mehrere Zeitzonen sehr nützlich. Optimal wäre auch die automatische Umstellung auf Sommerzeit. |
Lage-Sensor
| In diese Rubrik gehört auch der Lage-Sensor, der aber gar nichts mit GPS zu tun hat. →Mehr |
Wasserwaage
| Ebenfalls von GPS unabhängig ist eine
elektronische Wasserwaage die anzeigt, ob man seine Kamera wirklich exakt
waagerecht hält. Besonders bei Aufnahmen am Meer fällt bereits eine
leichte Abweichung sehr unangenehm auf. Eine grüne Lampe zeigt die
korrekte Ausrichtung an. Die bei jeder Kamera mögliche Einblendung von
Gitterlinien hilft aber auch. → Beispiel |
Fazit
Damit wir uns nicht missverstehen:
Solche GPS-Spielereien sind ein netter Gag und auch ich würde sie
gelegentlich nutzen .... wenn sie in eine Kamera eingebaut wären, die ich
mir ohnehin gekauft hätte. Spaßig ist es auch, die folgenden Geo-Daten
bei Google-Earth in das Suchfeld (Ansicht > Seitenleiste) einzugeben.
Mein Text:
Goldene Pagode in Vientiane (Laos)Geo-Daten: 17°58'34.98"N 102°38'12.23"E → mehr Bilder |
| Wer aber eine Kamera WEGEN dieser Dinge kauft,
der wird das später, wenn er seine Bilder ansieht und mit anderen
vergleicht, möglicherweise bereuen. Wer allerdings tausende von Fotos auf vielen Reisen schießt und unsortiert auf seiner Festplatte anhäuft, der ist sicherlich in ein paar Jahren froh erkennen zu können, wo er damals das leckere Frühstücksbüffet aufgenommen hat ... Andererseits hat es wenig Sinn, gegen GPS zu wettern. Was technisch machbar ist (wie z.B. "fd"), das wird über kurz oder lang von allen Herstellern in alle Kameras eingebaut. Technisch möglich wäre übrigens auch ein Thermometer, das die Umgebungstemperatur registriert oder gar die Erfassung der WLAN-Netze in der Umgebung des Foto-Standortes ...
Es gibt eine Alternative zu Kameras mit
eingebautem GPS-Empfänger: Geo-Logger
(z.B. Wintec WBT-202 ; ca.100.- Euro), die separat lfd. die Daten erfassen und die Kamerabatterie
schonen. Sie zeichnen die ganze Wander-/Fahrstrecke auf und die kann man
sich dann auf Google-Earth anzeigen lassen und auswerten. Wenn man will,
können die Daten über das Programm GeoSetter (sh. u.)
nachträglich den Bildern zugeordnet und in die Exif-Datei eingefügt
werden. Kamera und Geologger
müssen dazu auf die gleiche Uhrzeit eingestellt sein. Bei wichtigen
Fotostopps können bei dem Geo-Logger auch Markierungspunkte gesetzt
werden. →dKamera-Testbericht |
GeoSetter
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Mit dem kostenlosen und sehr
empfehlenswerten Programm GeoSetter können (über die
Uhrzeit) auch separat erfasste GPS-Daten den Fotos zugeordnet werden.
Außerdem kann es das Land und die Stadt automatisch erkennen und in die
IPTC-Daten eintragen. Sogar das Ändern von Exif-Datum und -Zeit ist möglich. In dem obigen Beispielbild habe ich nachträglich die Blickrichtung eingetragen (was manche Kameras machen) und auch das zeigt GeoSetter dann. Unter jedem Minibild sind beliebige Daten der jeweiligen Bilddateien anzeigbar. Mit "Ansicht > Bilddateien > .... einstellen" können sie ausgewählt werden.
Das Programm liest die "Beschreibung" (Caption)
aus den IPTC-Daten, speichert sie dann aber zusätzlich unter "Image-Discription"
in den Exif-Daten ab. |

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Start dieser Seite. 06.05.2010
www.Henner.info
Letzte Überarbeitung:
08.08.2010