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In manchen Fällen
(z.B. Landschaftsaufnahmen) soll der Hintergrund unbedingt scharf sein.
Der Mehrfeld-Autofokus stellt aber auf den unwichtigen Vordergrund (Büsche usw.)
scharf.
Deshalb muss hier auf Mittenfokus
umgestellt und das eigentliche Ziel (hier das Boot) zur Scharfstellung
angepeilt werden! →Schärfespeicher (s.u.)
("Sommerpalast" bei Peking)
Verschiebbarer Fokuspunkt
Manche Kameras bieten die Möglichkeit, den Schärfe-Messpunkt zu einer
beliebigen Stelle im Bild zu verschieben. Dieser Gag macht nur Sinn bei
bestimmten Aufnahmen vom Stativ! Aber selbst dann wird man diese
Möglichkeit vermutlich nicht nutzen, weil man nicht mehr weiß, wie man den Fokuspunkt verschiebt.
Mit der
normalen Methode - Kamera auf die betr. Stelle richten, halb
durchdrücken, dann neu ausrichten und auslösen - ergibt sich viel
schneller der gleiche Effekt!
Fokus-Geschwindigkeit
Bei älteren Digitalkameras waren mehrere Sekunden nötig, um die Schärfe
einzustellen (Auslöser halb eindrücken). Bei Teleobjektiven dauerte es
besonders lange! Die anschließende "Auslöseverzögerung" (Auslöser dann
ganz durchdrücken) war bei den meisten Kameras allerdings relativ gering
.
Moderne Kameras (auch Kompaktkameras!) benötigen für beides zusammen weniger als 0,2 Sekunden!
Sie sind deshalb voll "schnappschusstauglich".
Autofokus-Lampe
Bei sehr trüber Beleuchtung (Biergarten im Dämmerlicht,
Familie unter dem Tannenbaum ...) wird man zwar das
Blitzlichtgerät benutzen, aber vorher muss die Kamera
die Entfernung ermitteln! Manche passive Autofokussysteme können
das noch bei sehr schwachem Licht ("Party-Eignung"). Aber bei völliger Dunkelheit
ist auch das beste System überfordert.
Manche Digitalkameras geben auch dann nicht auf! Sie
senden einen (sichtbaren) Lichtstrahl auf das Motiv und
dadurch kann der Kontrast-Autofokus wieder tätig werden.
Beim Kamera-Kauf sollte man deshalb auf die Angabe "Autofokus-Lampe"
achten!
Die Blitzlichtgeräte für Autofokus-KB-Spielreflexkameras
arbeiten übrigens auch nach diesem Prinzip.
Moderne System beschränken sich nicht darauf, nur einen Lichtstrahl zu
senden. Sie projizieren ein Gittermuster, das z.B. auch auf gleichmäßig
weißer Fläche das Scharfstellen ermöglicht.
Weil es doppelt so viele grüne Sensorzellen wie rote gibt (→
Sensoren), ist das Hilfslicht z.B. bei manchen Fuji-Kameras nicht rot,
sondern grün.
Manche Kameras lassen den Blitz zur Scharfstellung vorab stroboskopartig
kurz flackern.
Zwei wesentliche Nachteile
hat diese Methode allerdings. Einmal dauert die Scharfstellung deutlich
länger als gewohnt und zum anderen sind unbemerkte Schnappschüsse wegen
des verräterischen Lichtstrahls nicht möglich.
.
Schärfe- /
Auslöser-Priorität
Normalerweise arbeiten Kameras mit "Schärfepriorität"; d.h. die Kamera
wartet nach dem Drücken des Auslösers, bis der Autofokus das Motiv
scharf gestellt hat. Das kann bei manchen Kameras schon 1 Sekunde und
länger dauern.
Manche Kameras warnen nur durch ein ein "AF!",
dass der Autofokus (z.B. wegen zu kurzer Entfernung) seine Aufgabe nicht
erledigen konnte, lassen aber eine Auslösung zu. →Hinweis
Bei besseren Kameras kann gezielt auf "Auslöser-Priorität" umgeschaltet werden.
Dann wird sofort ausgelöst ... auf die Gefahr, dass die Entfernung noch
nicht richtig stimmt.
Schärfespeicher
Eine Funktion die ich sehr oft nutze, ist der sog. Schärfespeicher. Dabei
wird im Modus "Mittenfokus" das Hauptmotiv angepeilt, der Auslöser halb
durchgedrückt, dann die Kamera auf den gewünschten Bildausschnitt
bewegt und erst danach der Auslöser voll durchgedrückt.
Diese Methode sorgt nicht nur dafür, dass die Schärfe exakt dort liegt,
worauf es mir ankommt, sondern ermöglicht auch eine praktisch verzögerungsfreie
Auslösung! Der Autofokus hat seine Arbeit ja schon vorher getan!
Besonders bei Personen-Aufnahmen ist das sehr hilfreich, um genau den
richtigen Moment abzupassen.
Bei Gegenlichtaufnahmen wird so auch für eine optimale Belichtung des
Hauptmotivs gesorgt.
Gesichtserkennung ("face-detection" = fd)
Seit der Einführung der Fuji
6500 fd (→Aktuell vom 19.07.2006) gibt es viele Kameras, deren
Autofokus Gesichter erkennt und darauf scharf stellt. Außerdem wird die Belichtung auf
gute Durchzeichnung der Gesichter optimiert. Allerdings ist nicht jede "fd"-Kamera
gleich gut im Erkennen..
Wie das in der Praxis funktioniert, habe ich mit der
6500fd ausprobiert. Ergebnis: Zwar wurden häufig (auch mehrere)
Gesichter erkannt, aber keineswegs immer. Nur Personen, die direkt in
die Kamera sehen (und keine Sonnenbrille tragen), werden erkannt.
Prinzip: "Punkt, Punkt, Komma, Strich ..."
In den meisten Fällen hätte der Mehrfeld-Autofokus auch ein
gutes Bild geliefert, nicht selten sogar ein besseres! Wenn nämlich kein
Gesicht erkannt wird, dann schalten viele Kameras ungefragt auf
"Mittenfokus" um ... mit den o.g. Problemen. Genau das wäre
z.B. bei dem ganz oben gezeigten Bild der Fall gewesen, denn meine
Töchter wären von "fd" nicht erkannt worden ...
Inzwischen gibt es aber Kameras, die (manchmal) selbst Gesichter im
Profil erkennen; sogar Kameras, die ein Lächeln erkennen erst dann auslösen
...
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Es gibt
Situationen, wo "fd" eindeutig bessere Bilder liefert. Hier ein
(zugegeben etwas konstruiertes) Beispiel:

Obwohl die Puppe extrem weit
am Bildrand sitzt, hat "fd" sie erkannt und die Belichtung und
Entfernung entsprechend angepasst. In diesem Fall sogar den Blitz
aktiviert! Ein grünes Rechteck im Monitor signalisierte, dass das
Gesicht erkannt wurde. (Das Rechteck wurde von mir nachträglich wieder
in das fertige Bild einmontiert!).
Ohne "fd" stellt die Kamera Schärfe und Belichtung auf den Hintergrund
ein, da selbst für
den Mehrfeld-Autofokus die Puppe zu weit außerhalb der Bildmitte
sitzt. Fazit:
Ich würde "fd" nur bei "angesagten" Personenaufnahmen ("bitte zur Kamera
sehen!") aktivieren. Besonders bei schwierigen
Situationen (Person am Bildrand, Gegenlicht ...) werden so
vollautomatisch gute Resultate erzielt. Ein erfahrener Fotograf würde
allerdings mit dem Schärfespeicher (sh. oben) ein gleiches Ergebnis
erreichen.
Die Tester von dpreview bezeichnen "fd" als "Netten Partygag". fd im
Wiedergabemodus
Bereits die 6500fd bot die Möglichkeit, im Wiedergabemodus nacheinander
alle von fd erkannten Gesichter automatisch herauszoomen zu lassen. So
kann sofort und problemlos entschieden werden, ob eine Wiederholung
notwendig ist. |