Wie scanne ich Bilder ein?


1. Einscannen von Farbfotos usw.

Allgemeine Hinweise

Für kleine Bilder (z.B. Briefmarken) muss mind. 1200 ppi gewählt werden. Für Bilder ab 10 x 15 cm sollte man mind. 600 ppi wählen.
Die so erstellte Datei ist sehr groß und muss anschließend (vor dem endgültigen Speichern) mit einem Bildbearbeitungs-Programm auf eine sinnvolle Größe herunter gerechnet werden. Dadurch vermeidet man übrigens auch die hässlichen Moire-Muster, die sich sonst bei Scans von gedruckten Bildern (Zeitung.) zeigen.

Die Scans von 10 x 15 Bildern sollten anschließend auf unsere "Standardhöhe" von 1200 Pixeln heruntergerechnet werden. Selbst extrem scharfe Bilder enthalten nicht mehr Details.

Noch ein Tipp zum Scannen von Zeitungen:
Damit die Rückseite nicht durchscheint .. einfach schwarze Pappe drauf legen. Die Wirkung ist verblüffend.


 

Einscannen alter Familienfotos

Irgendwann kommt jeder auf die Idee, seine alten Familienfotos in das digitale Fotoalbum einzufügen. Das mache ich nun schon seit 1995 und habe inzwischen sehr viel Erfahrung.

Hier einige Tipps:

Scannt man die Bilder als "SW-Foto" und schneidet dann nach dem Scannen noch die Ränder ab, dann geht der Charme der alten Fotos völlig verloren. Deshalb scanne ich solche Fotos (als "Farbfoto") auf schwarzem Untergrund und beschneide dann entsprechend großzügig.
Wer sich mit Bearbeitungsprogrammen auskennt sollte dann den schwarzen Hintergrund auf tiefstes Schwarz verstärken, damit er sich von dem schwarzen Hintergrund des Bildprogramms nicht mehr unterscheidet. Dann spielt es keine Rolle mehr, welches Seitenverhältnis das Bild hat. Es "schwebt" dann scheinbar auf gleichmäßig schwarzem Bildschirm.
     

    Das Bild zeigt übrigens meinen Urgroßvater; Aufgenommen 1859

          Und hier ein altes Klassenfoto (1944)

Es ist manchmal erstaunlich, wie viele Details plötzlich auf solchen Bildern am Bildschirm erkennbar werden, die man vorher nur bei guter Beleuchtung und mit Lupe sehen konnte.

Ggf. kann man nachträglich eine Sepiafärbung hinzufügen, um das Alter eines Bildes zu betonen. Mit "Farbton > Sättigung" kann die Intensität dem persönlichen Geschmack angepasst werden.

Anna und Wilhelm Helmers; 1902

Alte Bilder ohne Rand kann man übrigens mit der o.g. Methode mit einem schwarzen (ggf. zusätzlich mit einem schmalen weißen)  Rand versehen, damit sie nicht den ganzen Bildschirm ausfüllen und sich auch dadurch von den aktuellen Digitalbildern unterscheiden.

Damit die Darstellung der Bilder von der gewählten Bildschirmauflösung unabhängig ist, sollten sie eine Höhe (incl. Rand) von 1200 Pixel haben. Noch mehr wäre sinnlos, weil selbst gute Bilder nicht mehr Informationen enthalten.

Die Bilder werden dann mit einem Dateinamen nach der Regel "JJJJ_MMTT_##" im Archiv abgespeichert. Bei sehr alten Bildern wird man allerdings froh sein, wenn man zumindest das Jahr kennt ....

 



2. Einscannen von KB-Dias und -Negativen

Die besten Ergebnisse erzielt man zweifellos, wenn - falls vorhanden - das KB-Negativ bzw. -Dia direkt eingescannt wird.
Da inzwischen Papierbilder von Digitalbildern meist besser (und besonders bei Großformatigen Negativen sogar deutlich billiger) sind, ist der Aufwand durchaus gerechtfertigt. Ganz abgesehen davon, dass dann eine Optimierung erst möglich wird.
Farbnegative werden beim Scannen automatisch in Positiv-Bilder umgewandelt. Für ältere ("unmaskierte") Negative ist aber eine spezielle Scann-Software erforderlich.

Die Scanner-Typen

Eine Möglichkeit ist, einen Spezial-Scanner mit entsprechend hoher Auflösung zu verwenden.
Aktuelle Geräte kosten zwischen 100.- und 2000.- Euro, wobei die teuren fast 4000 ppi auflösen, automatisch Fusseln eliminieren und auch mit sehr hellen und dunklen Bildbereichen keine Probleme haben.
Aber selbst der billigste löst effektiv 1800 ppi auf und liefert im Normalfall akzeptable Ergebnisse. Die meisten Geräte verkraften KB-Negativstreifen, gerahmte Dias und z.T. sogar APS-Spulen.

Eine andere Alternative sind Flachbett-Scanner mit entsprechend hoher Auflösung, die mit Hilfe einer Durchlicht-Vorrichtung auch für das Scannen von Negativen und Dias hervorragend geeignet sind. Sie können bis zu 12 Dias in einem Durchgang scannen und sind auch für Großformat-Farbbnegative geeignet. Der "Profi-Scanner" von Canon löst bis zu 9.000 ppi auf und kostet gut 200.- Euro.

Trotzdem sollte man sich überlegen, ob es nicht doch sinnvoller ist, einen Spezial-Scanner und zusätzlich einen ganz preiswerten Flachbettscanner zu kaufen. Letzterer reicht für das Scannen von Farbfotos völlig aus und kostet weniger als 60.- Euro ....

Wichtiger als extrem hohe Auflösung ist, dass der Scanner auch Dias mit dunklen Bereichen einwandfrei (rauschfrei) wiedergeben kann. Hier ein (sehr stark vergrößerter.) Bildausschnitt, gescannt mit einem normalen und einem hochwertigen 4000-ppi-Scanner mit hoher Farbtiefe 4,8):

Eine dritte Möglichkeit ist die Verwendung eines Dia-Duplikators in Kombination mit einer SLR. Das Gerät besteht aus einer Linse und einem Wechselschieber für zwei Dias. Eine Streulichtscheibe sorgt dafür, dass die Dias gleichmäßig beleuchtet werden. Das Gerät wird einfach auf das Objektiv der SLR geschraubt.
Das Kopieren zahlreicher Dias geht rel. schnell und problemlos. Die Qualität reicht für die Betrachtung am Bildschirm völlig aus, kann mit guten Scannern aber nicht mithalten. Kosten: etwa 150.- Euro.




Welche Auflösung (
ppi) muss der Dia-Scanner haben?

Wenn man mit einem 4000 ppi - Scanner mit 16 Bit pro Farbkanal ein Dia einscannt, dann erhält man eine 20 MP Datei (110 MB als TIF). Aber enthält ein normales Dia so viele Details????
Alle Dia-Fans muss ich auf den Boden der Tatsachen herunterholen. So extrem scharf - wie sie glauben - sind ihre Dias gar nicht. (Details hierzu auf Seite "Theorie/Auflösung")


Nur bei einem einzigen meiner KB-Dias war ein 4000 ppi-Scanner notwendig, um alle Details, die auf einer sehr großen Dia-Leinwand erkennbar sind, auch im gescannten Bild zu erfassen (erkennbar natürlich nur bei starker Vergrößerung eines Bild-Ausschnitts). Auf einem Papierbild wäre das alles erst bei einem 40 x 60 cm Poster erkennbar.
Verkleinert man nun das Bild auf eine Bildhöhe von 2000 Pixel, so sind immer noch alle Details vorhanden. Da ein KB-Dia knapp 1" (inch) Bildhöhe hat, würde das etwa 2000 ppi bedeuten. Bis zu diesem Wert sollte deshalb ein Scanner effektiv auflösen können. Noch mehr wäre nur bei extrem scharfen Profi-Bildern sinnvoll (hochwertiges Festbrennweiten-Objektiv, 25 ASA-Film und Spezial-Entwicklung).

Da es immer wieder zu Verwirrung führt: Die ppi-Auflösung ist nur bei der Auswahl des Scanners wichtig. Aber beim Einscannen sollte man "ppi" und "cm" vergessen und nur mit einer Pixel-Vorgabe arbeiten.

Scan-Größe: 5400 x 3600 Pixel = 19 MP
Gandhi-Denkmal in Petermaritzburg (Südafrika)
Ausschnitt aus einem 5400 x 3600 Scan.


Nach Einscannen von zahllosen meiner normalen Amateurbilder kann ich mit Überzeugung sagen: Bei mehr als 99% meiner Bilder sind nach Reduzierung des eingescannten Dias auf eine Bildhöhe von 1600 Pixel noch alle Bilddetails vorhanden und bei 2000 Pixel Bildhöhe sind nicht mehr Bilddetails sondern ist nur mehr Filmkorn zu sehen!
Zum Vergleich: Mindestens 1600 "echte" Pixel (Zeilen) / Bildhöhe liefern 8MP Digitalkameras, sogar gute 6MP (4:3) Digitalkameras, . →Grafik


Man kann aber auch ganz anders an das Thema herangehen und zwar mit der Frage:
Wie will ich später meine Bilder vorführen?

Sollen die Bilder nur am Bildschirm formatfüllend betrachtet werden .... auf absehbare Zeit ist eine Bildhöhe von 1200 Pixel die obere Grenze sehr guter TFT-Bildschirme. Selbst Voll-HD-TV-Bildschirme und -Beamer haben nur eine Bildhöhe von 1080 Pixel.
Deshalb reduziere ich meine KB-Fotos nach dem Scannen auf eine Höhe von 1200 Pixeln. Als Bildbreite ergibt sich dann ca.1800 Pixel, bei Breitformatbildern entsprechend mehr. 
Bei dieser Bildgröße sind die Fotos für praktisch alle Bildschirme und Beamer zu groß und werden verkleinert dargestellt.
Bei einer 1:1 Darstellung wird dann bei fast allen meinen Bildern bereits das Filmkorn deutlich sichtbar. KB-Negative und -Dias in einem größerem Format abzuspeichern, würde nach meinen Erfahrungen nur bei sehr wenigen meiner Bilder noch mehr Details erfassen ... die allerdings nur zu sehen wären, wenn das betr. Bild am Bildschirm stark vergrößert würde, was man bei einer "Diashow" normalerweise nicht macht.
  ---> Mehr zum Thema "Bildgröße"

Diese Überlegungen führen bezüglich des Scanners dazu, dass effektive 1200 ppi ausreichend sind, was mind. nominelle 2000 ppi bedeutet, da eine Faustformel besagt, dass man mit etwa doppelter Zielauflösung scannen und anschließend auf die gewünschte Bildgröße herunterrechnen sollte.



Einscannen großer Dia-Sammlungen
 

Immer wieder werde ich gefragt, wie man am einfachsten große Dia-Sammlungen einscannen könne. Hierfür empfiehlt sich ein Scanner, der wie ein Diaprojektor aussieht (sh. Bild) und ein ganzes Dia-Magazin mit bis zu 50 Dias (100 im CS-Magazin) automatisch digitalisieren kann. Papp- und Vollglasdias mag er aber nicht.
Die Auflösung und Bildqualität ist sehr gut.  →ext. Testbericht. Nachdem man einen Diakasten eingelegt hat, arbeitet er völlig selbständig. Pro Dia benötigt er zwar mind. 3 Minuten, aber das stört ja nicht.

Trotzdem muss man für Tausende von Dias schon einige Tage oder gar Wochen einrechnen, da man ja nicht alle drei Stunden Zeit hat, um den Diakasten zu wechseln. Einrichtung und Optimierung kosten anfangs viel Zeit. Und nach dem Scannen fällt auch noch sehr viel Arbeit an, wenn man sich nicht mit dem zufrieden gibt, was der Scanner abliefert.
Um ein wirklich optimales Bild zu erreichen, müssen die Dateien bearbeitet und anschießend mit einer sinnvollen Bezeichnung abgespeichert werden. Mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Adobe Elements) ist allerdings die Bildoptimierung ("Autofarbe", Nachschärfen, skalieren und als jpg-Datei abspeichern) für alle Bilder eines Ordners in einem Durchgang möglich ... wenn man zuvor entsprechend gründlich die Scann-Vorgaben optimiert hat.

Sinnvoll ist es, die Scans zunächst mit etwa 2500 ppi zu erstellen. M. E. ist die Abspeicherung als TIF-Datei nicht notwendig. JPG ("maximale Qualität") reicht völlig aus, da die endgültigen Dateien ohnehin auf eine einheitliche Größe (z.B. Bildhöhe 1200 Pixel) reduziert werden. Die spätere Eingabe von IPTC-Bemerkungen und Keywords ist dann auch möglich und sinnvoll. Hier könnte z.B. ein Querverweis zu dem jeweiligen Diakasten eingefügt werden.
Sinnvoll ist es jedenfalls, mit IrfanView alle Bilder eines Tage (bzw. Monats) nach meiner Regel im "batch" umzutaufen. So kann ein Bilderchaos durch Tausende von Bildern ohne Exif-Datum verhindert werden.

Die (großen) Scan-Dateien stehen später noch als "Originale" zur Verfügung, wenn man evtl. mal ein Poster anfertigen lassen und das Foto dazu individuell optimieren möchte. Für "normale" 10 x 15 cm Prints reichen die reduzierten Dateien aber durchaus.

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Wer allerdings Wert auf höchste Qualität legt und/oder viele Kodak-Papp-Diarähmchen hat, muss sich einen nicht ganz billigen Nikon Scanner (ext. Link) mit einem Zusatzgerät für die Stapelverarbeitung kaufen.
Dieser Scanner eignet sich auch für Negativstreifen, APS-Filme usw.



Die Alternative:
Dia-Kopien vom Profi

Für alle, denen die Kosten dieser Spezial-Scanner (die nach getaner Arbeit unnütz herumstehen) oder der Zeitaufwand zu hoch sind, gibt es noch eine andere Möglichkeit, seine Dias zu digitalisieren: das Scannen durch einen Kopierbetrieb.

Die Preise liegen - je nach Umfang des Auftrages und Qualitätsanspruch - zwischen 0,09 und 0,44 Euro pro Dia. Hinzu kommen noch Portokosten und z.T. eine "Auftrags-Grundgebühr".
Wenn man nicht höchste Ansprüche stellt, kann meist auf eine Nachbearbeitung verzichtet werden. Lediglich das "Umtaufen" der Dateinamen kostet dann noch Zeit.

Gute Erfahrungen habe ich der Firma Dia-Scan Bicker gemacht. Bei 500 z.T. sehr schwierig zu scannenden Dias waren nur sehr wenige nicht so gut wie die von mir in mühseliger Handarbeit mit dem o.g. hochwertigen 4000 ppi-Scanner eingescannten Dias. Aber wie bei den eigenen Scans war bei praktisch jedem eine Verbesserung durch Nacharbeit (Ausschnitt, Farbkorrektur, Schärfung ...) möglich.
Dafür, dass die Dias mit fast 15MP eingescannt und gespeichert werden, sind die Preise durchaus als günstig zu bezeichnen. Auch Ausschnittvergrößerungen sind möglich, da wirklich "das Letzte" an Auflösung aus den Dias herausgeholt wird.



Abschließend ein Hinweis:
Aus eigener Erfahrung kann ich nur davor warnen, alle Dias und Negative nach dem Einscannen gleich als Sondermüll zu entsorgen. Ich habe es nicht gemacht und war später sehr froh, mit meiner inzwischen besseren Technik und größerer Erfahrung erneut einzelne Dias und Negative scannen zu können.
Gleiches gilt, wenn man aus Kostengründen alle Dias in geringer Auflösung bei einem Kopierbetrieb scannen lies und nun von einigen guten Dias gerne Poster oder hochwertige Ausschnittvergrößerungen erstellen lassen möchte.
Da erfahrungsgemäß - auch bei einem guten Kopierbetrieb - die zum Teil sehr unterschiedlichen Dias nicht alle optimal gescannt werden, sollte man auf keinen Fall darauf verzichten, die Dias zurück zu erhalten. Eine Entsorgung sollte erst dann erfolgen, wenn die betr. Dias in hoher Auflösung und optimaler Farbqualität gescannt sind.
 

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Letzte Überarbeitung: 09.05.2010