Belichtungszeit

 

Neben der Blende bestimmt die Belichtungszeit die Lichtmenge, die den Film bzw. Sensor erreicht.
Bei den allerersten (Holz-)Kameras nahm man einfach für einige Sekunden den Objektivdeckel ab, um die Fotoplatte zu belichten. Diese Zeiten sind natürlich längst vorbei.
 
Genormt sind folgende Abstufungen, bei denen jeweils die Lichtmenge halbiert wird:

30; 15; 8; 4, 2, 1, 1/2; 1/8; 1/15; 1/30; 1/60; 1/125; 1/250; 1/500; 1/1000; 1/2000; 1/4000 [Sek.]


Kurze Belichtungszeiten fangen Bewegungen ein. Hier ein Beispiel, wie die extrem kurze Leuchtdauer des Blitzes das Wasser "einfriert". Sie liegt z.B. für den Metz 28 CS-2 zwischen 1/300 und 1/45.000 Sekunde.



Lange Belichtungszeiten lassen Bewegungen verschwimmen (hier: 1/15 Sek.). Das gibt den Fotos manchmal einen besonderen Reiz.



Hier ein anderes extremes Beispiel. Der "Große Bär" (Große Wagen) wurde mit der Mini-Kamera F10 mit leichtem Tele (Bl. 3,2), 15 Sekunden Belichtung und 800 ISO aufgenommen. Erstaunlich, dass sogar das "Reiterlein" (2. von links) erkennbar ist. Er wird auch der "Augenprüfer" genannt.
Wer sagt, dass (manche) Digitalkameras nicht für Langzeitaufnahmen geeignet sind?
Rauschen bei Langzeitbelichtungen
Bei Belichtungszeiten über 30 Sekunden sind konventionelle Filme aber eindeutig im Vorteil.



Verschluss

Es stellt sich natürlich die Frage, wie die Belichtungszeiten bei Digitalkameras realisiert werden. Die SLRs arbeiten - wie ihre analogen Kollegen - mit einem Schlitzverschluss, der für die vorgewählte Belichtungszeit Licht auf den Sensor lässt. Bei allen anderen Kameras (und den SLRs im "Live-Modus") wird der Sensor aber für das Monitor-(Sucher-)Bild benötigt und darf deshalb nicht durch einen Verschluss verdeckt werden.
Beim Drücken des Auslösers
(1.Druckpunkt) stellt der Autofokus zunächst scharf (→Fokus-Verzögerung). Bei Kameras mit CCD-Sensorzellen werden beim weiteren Durchdrücken zunächst alle geleert (Auslöseverzögerung) und nach Ablauf der gewünschten Belichtungszeit werden die Ladungen in einen abgedunkelten Parallel-Bereich verschoben (Elektronischer Verschluss) und von dort werden sie dann zeilenweise ausgelesen, aufbereitet und gespeichert (Speicherzeit).

CCD-Kameras verschließen am Ende der Belichtungszeit für einen kurzen Moment den Strahlengang mit einer Metallscheibe o.ä., um bei der Verschiebung der Ladungen störenden Einfluss von hellen Lichtquellen und den dadurch verursachten senkrechten Streifen ober- und unterhalb (Smear-Effekt) zu vermeiden. Weil aber beim Live-Monitor und bei Video-Aufnahmen die Verschiebung ohne Abdeckung erfolgen muss, ist dieser Effekt bei manchen Kameras dann mehr oder weniger deutlich sichtbar.
Beispielvideo aus www.dkamera.de

Kameras mit CMOS-Sensoren kennen keinen Smear-Effekt, da die Ladungen nicht verschoben, sondern im Live-Modus von der Elektronik laufend (zeilenweise) direkt ausgelesen werden. Dadurch sind allerdings schnelle Schwenks problematisch, da senkrechte Linien schräg dargestellt werden ("Jelly-Movie-Effekt" oder "Rolling-Shutter-Effekt").

 


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Letzte Überarbeitung: 16.07.2009