| Meine Kamera-Testberichte |
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Immer wieder werde ich gefragt, warum ich solche Kamera-Tests mache, die ja sehr aufwendig sind und mir nichts einbringen. Ich habe natürlich keine Zeit, alle aktuellen Kameras durchzutesten. Ich beschränke mich deshalb bewusst auf die Kameras, die ich mir evtl. selbst kaufen will. Dann ist natürlich mein Interesse besonders groß und ich nehme mir die notwendige Zeit, um die Kameras in allen "Lebenslagen" zu testen. Kameras, die meine sehr subjektiven "k.o.-Kriterien" nicht erfüllen (weil sie z.B. nur 38 mm WW haben), werden üblicherweise von mir gar nicht getestet. Deshalb kann ich auch nicht auf Anfragen antworten, welche Kamera z.B. die besten Video-Eigenschaften usw. hat. Zu Kameras, die ich nicht selbst getestet habe, mache ich keine Aussagen. Im Gegensatz zu manchen Testzeitungen zähle ich in meinem Testberichten bewusst nicht nur die Vorteile der Kameras auf, sondern suche auch nach den Nachteilen. (Ich bin ja nicht auf Anzeigen der Hersteller angewiesen.) Wer sich die Kamera aufgrund meines Berichtes kauft, soll mir hinterher nicht vorwerfen können, dass ich ihm bestimmte Nachteile verschwiegen habe. Die Testberichte enden mit einem Kommentar, der meine persönliche Kauf-Entscheidung enthält. Ein Leser, der sich seine erste Kamera kaufen will, kann zu einem ganz anderen Ergebnis kommen. Dazu empfehle ich meine "Entscheidungstabelle".
Derzeit müssen alle Test-Kameras gegen meine
F31fd
antreten. Das halte ich für sehr viel sinnvoller, als jedes Mal - wie
dpreview - eine andere Vergleichskamera zu verwenden. Da mir von der Foto-Industrie leider
keine kostenlose Test-Kameras zur Verfügung gestellt werden, muss ich
sie mir bei Bekannten ausleihen. Die Testberichte sind dann auch für den
Kamera-Besitzer häufig sehr interessant, weil dabei auch unbekannte
Seiten der Kamera zum Vorschein kommen (sh. Testbericht der
Ixus v3,
Ixus 400;
Canon Pro1 ,
Fuji F700 ,
Dimage A200 ,
Fuji E900
,
Fuji S9500,
Fuji
F30 ,
Fuji
F50fd ,
Fuji
F100 ,
Fuji
200 ,
Panasonic LX3 und
TZ7). |
| Meine Testmethoden |
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Sinn meiner Website ist aber auch, meinen Lesern so viele Kenntnisse zu
vermitteln, dass sie z.B. selbst entscheiden können, ob ein
Sonderangebot bei ALDI für sie persönlich besser ist als ein älteres
Auslaufmodell, das bei Media-Markt als "Schnäppchen" angeboten wird. Zunächst sollte man natürlich die technischen Daten vergleichen (Hinweise dazu auf der Seite "Checkliste"). Aber ohne eigene Erprobung sollte man keine Kamera kaufen. Deshalb hier kurz einige Hinweise, wie ich eine in Frage kommende Kamera auf ihre Eignung (für meine Ansprüche.) teste. Entsprechende Test-Motive gibt es sicherlich nicht nur in Hannover.
Aber gewisse Regeln sollte man schon
einhalten, damit man nicht die typischen Fehler von "Amateur-Testern"
macht. Welche Kamera-Einstellungen? Die
Kameras werden normalerweise auf Basisempfindlichkeit eingestellt
(max. Rauschfreiheit). Für den "Rauschtest" dann auf 400 und den
höchsten ISO-Wert. Wenn Vortests ergeben, dass z.B. eine Blendenkorrektur von -1/3 Blende bessere Bilder ergibt, so wird das vorgegeben. Es wird max. Pixelzahl und geringste JPG-Kompression eingestellt ("superfein") Bei Kameras, die zu Überschärfung neigen, wird die Schärfung abgestellt ... was natürlich ggf. eine Nachbearbeitung erfordert (mache ich ohnehin.). Nur für den Test der Sensor-Auflösung (sh. unten) wird abgeblendet. Alle anderen Aufnahmen werden - wenn möglich - mit offener Blende gemacht. Fehler werden so besser erkannt ... und auch in der Praxis wird von der Automatik sehr häufig die offene Blende gewählt. Aufnahmen mit Weitwinkel und Tele gehören ebenfalls zum Testprogramm. Nicht nur Randschärfe und Verzeichnung sind dann z.T. sehr unterschiedlich, sondern auch die Autofokus-Geschwindigkeit (Nicht die "Auslöseverzögerung".) |
Die Motive
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Bei meinen Kameratests verwende ich immer wieder die gleichen
Standard-Motive. Selbstverständlich werden dabei jedes mal mindestens zwei etwa gleichwertige Kameras unter identischen Bedingungen getestet, da Sonnenstand usw. großen Einfluss haben. Wichtig ist auch, dass die beiden Vergleichsbilder vor der Beurteilung mit Photoshop auf gleiche Bildhöhe (Pixel) gerechnet werden. 1. Bildqualität und Schärfe Das Hannoversche "Neue Rathaus" (1913) ist zuständig für die Beurteilung der Bildqualität, Farbwiedergabe (Dachziegel; Kupferdach) und Schärfe (Bildmitte) unter optimalen Bedingungen. Dazu wird immer vom gleichen Standort aus mit 40 mm Brennweite fotografiert. Beurteilt wird u.a., wie gut die Dachziegel aufgelöst werden. Besonders dieses Motiv ergibt extrem unterschiedliche Ergebnisse bei verschiedenen Sonnenständen, Dunst usw. . Deshalb ist eine zweite (Vergleichs)-Kamera zwingend erforderlich. Klick mal das kleine Bild an, um 5 Beispielbilder verschiedener Kameras zu sehen. Die Bilder sind (bis auf die Größe) völlig unveränderte Originale. Es wäre unverantwortlich, sie direkt miteinander zu vergleichen und die jeweiligen Kameras ohne Parallel-Aufnahmen zu beurteilen..
Selbst geringe
Ecken-Unschärfen werden sichtbar, wenn man ein feingliedriges
Bilddetail so fotografiert, dass es auf einem Foto in Bildmitte, auf den
nächsten Fotos sich in jeweils einer der vier Ecken befindet.
5. Farbränder und Blooming
6. Rauschen
Ganz nebenbei kann auch der
Dynamik-Umfang der Kameras beurteilt werden. Wie stark ist der
beleuchtete Globus überbelichtet? Wichtig ist auch die Beurteilung der Auflösung bei höheren ISO-Werten. Da zeigen sich nämlich große Unterschiede.
Grundsätzlich müssen beim Vergleich von Kameras
mit unterschiedlichen MP-Werten, die Bilder zunächst auf gleiche Größe
gebracht werden. Das geschieht beispielsweise ganz einfach dadurch, dass
sie formatfüllend am Bildschirm verglichen werden. Dadurch kann
auch gleich abgeschätzt werden, wie wohl jeweils 10 x 13 cm Papierbilder aussehen
werden.
7. Bildqualität bei
schlechten Lichtverhältnissen
Testbild
Um Missverständnisse zu vermeiden:
Die Party-Eignung einer Kamera hat nichts mit hohen ISO-Werten zu tun.
So hat z.B. die
Ixus 400 mit 50 ISO die Prüfung erfolgreich bestanden. Alle
Blitzlicht-Aufnahmen waren exakt scharfgestellt. |
Video-Bildqualität
Für die
Beurteilung der Bildschärfe bei Video verwende ich ein
Testbild (Bild
rechts), das
ich schon
1973 für die Beurteilung von Super8 Schmalfilm-Kameras verwendet
habe (Bild links). Die Schriftgröße war damals so gewählt worden, dass sie auf der
Leinwand gerade noch lesbar war. Wegen der miesen Auflösung eines normalen PAL-TV-Bildschirmes (entspricht ca. 0,4 MP) ist er für eine objektive Schärfebeurteilung nicht geeignet. Die Videoclips werden deshalb formatfüllend auf einem PC-Monitor angesehen und beurteilt. Kameras mit 320 x 240 habe hier keine Chance. Aber auch bei guten Kameras (z.B. Fuji 6500) ist hier die Schrift nicht lesbar. Zum Vergleich habe ich das Testbild sowie einen Screenshot von der Fuji 602 und der Ixus 400 auf 800 x 600 verkleinert und daraus jeweils einen Bildausschnitt kopiert. Deutlich ist die extreme Überschärfung der Fuji 602 zu erkennen. Erst die 720p Videos übertreffen die Super8-Qualität. Sie sind nicht nur breiter, sondern haben auch 720 anstatt 480 Pixel/Bildhöhe. Bei den Aufnahmen wird das Testbild so gefilmt, dass die markierte Bildhöhe (wie bei 4:3) erfasst wird. Zu sehen ist dann natürlich rechts und links die Umgebung des Testbildes. ![]() Gute Super-8 Filme hatten übrigens auch eine Auflösung, die ein VHS-Video nicht wiedergeben kann. → Historisches Super8-Testbild (Gescannt mit 4.000 ppi)
Ton, Fokus, Helligkeit |

Fuji F200 (links) und Panasonic LX3 (rechts)
| Smear Getestet wird auch, ob sich bei hellen Lichtern durchgehende Streifen (Smear) zeigen.
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Was teste ich noch?
(Was bei
anderen Tests
häufig fehlt.)
Dämmerlichtgrenze des Autofokus
Verzögerung durch Autofokus
Blitz
Auto-ISO
Handhabung
Start- und Speicherzeit
Stabilisator
Monitor
Davon unabhängig beurteile ich, wie gut sich
der Monitor zur nachträglichen Bildkontrolle eignet. Dazu ist
neben hoher Auflösung wichtig, dass rel. schnell ein beliebiger
Bildausschnitt (möglichst 10x) herausvergrößert werden kann, um z.B.
einen Gesichtsausdruck und die Schärfe zu beurteilen. |
Güte des Sensors und des Objektivs getrennt
testen?
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Es ist sinnvoll, die Güte des Sensors (und
der Datenaufbereitung in der Kamera) getrennt von der Beurteilung des
Objektivs zu betrachten. Wenn ich z.B. weiß, dass die Ixus 400, 430 und
500 das gleiche Objektiv verwenden, dann muss ich nur noch fragen, wie
sich die Sensoren unterscheiden.
Güte des Sensors
Güte des Objektivs Manche Eigenschaften des Objektivs können allerdings durch kamera-interne Datenaufbereitung stark verbessert werden. Rand-Abdunklung und Verzeichnung bei Weitwinkel können nämlich - genauso wie Farbrauschen usw. - durch entsprechende Korrektur-Programme schon vor dem Abspeichern des Bildes reduziert werden. Manche Kameras reduzieren sogar die Farbsäume per Rechnerprogramm. Das alles zeigt deutlich, dass die Güte einer Digitalkamera nicht nur vom Sensor und Objektiv abhängt. Die interne Datenaufbereitung und die Schnelligkeit des Prozessors haben ebenfalls sehr großen Einfluss. |
Auswertung der Bilder
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Zur Beurteilung der Bildqualität von zwei
Kameras werden die Bilder der Kamera mit der geringeren Pixelzahl auf das
größere Format hochgerechnet. Erst dann werden sie am Bildschirm (bei 1:1
Darstellung) ausschnittweise zu verglichen. Das ist deshalb sinnvoll, weil Bilder mit mehr Pixeln mehr Details enthalten könnten, die dann beim Herunterrechnen verloren gehen würden. Beim Hochrechnen wird diese Problematik vermieden .... mit einem leichten Nachteil für die Kamera mit weniger MP, da ihre Bilder einen zusätzlichen Rechenvorgang hinter sich haben. Wenn ich - aus welchem Grund auch immer - eine 11MP-Kamera mit einer 4 und einer 2MP-Kamera vergleichen will, darf ich nicht alle Fotos auf 2MP herunterrechnen. Dann würden selbst die Bilder der 11MP-Kamera kaum mehr Details enthalten als die Bilder der 2MP-Kamera. Erst durch das Hochrechnen der 2 MP Ixus-v2 (rechtes Bild) auf die 11 MP-EOS 1Ds (linkes Bild) wird deutlich, wofür man sein Geld ausgibt. Außerdem wird hier simuliert, wie sich wohl 70 x 50 cm Poster der drei Kameras unterscheiden würden.
Beurteilung nach der Bildbearbeitung Da ich normalerweise alle meine Bilder
bearbeite, mache ich das nach der ersten Beurteilung auch und beurteile
dann noch einmal. |
Testen nach dem Kauf?
| Wenn ich mich endlich für eine Kamera
entschieden habe, dann werde ich natürlich nicht alle oben genannten
Tests an dieser Kamera noch einmal durchführen. Aufgrund eigener schlechter Erfahrungen ist aber der individuelle Test der Randschärfe (Nr. 3) unbedingt zu empfehlen. Eine schlecht justierte Optik ist nämlich leider keine Seltenheit. Da legen die Hersteller offenbar nicht so strenge Maßstäbe bei der Endkontrolle an. Verständlich, weil die meisten "Knipser" das Problem gar nicht erkennen werden. Da ist es für die Hersteller billiger, den paar "Querulanten" die Kamera umzutauschen als sehr viele Kameras "unnötig" zu verwerfen. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Antwort der Zeitschrift CHIP (10.2006) auf die Frage eines Lesers, warum ein Nikon Wechselobjektiv in zwei Tests sehr unterschiedlich bewertet wurde. Zitat: "... Nikon-Optiken sind (leider) dafür bekannt, dass es spürbare Qualitätsunterschiede bei ein und demselben Objektiv-Typ gibt." Eine individuelle Überprüfung auf Pixelfehler wird vermutlich keine böse Überraschung ergeben. Trotzdem ... nicht jeder Sensor ist einwandfrei. |
Testen einer gebrauchten Kamera
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Vor dem Kauf einer gebrauchten
Kamera sollten alle obigen Kriterien natürlich überprüft werden. |
![]() Staub auf dem Sensor einer F10 Photo: Manfred Stübner |
| Kameras mit Wechseloptik sind natürlich besonders anfällig gegen Staub auf dem Sensor. | |

| Ein merkwürdiger Fehler tritt in letzter
Zeit bei verschiedenen älteren Kameras auf. Die Fotos bestehen nur aus
grünen und violetten Farbenverläufen. Ursache ist eine fehlerhafte
Sensorcharge, bei der sich - besonders im feuchtwarmen Klima - die
Kontakte auflösen. Bei der Ixus V3, Ixus 400 und Fuji F700 habe ich es
selbst gesehen. Bei der F700 trat dieser Effekt unvorhersehbar auf und
wurde dann von Aufnahme zu Aufnahme schlimmer. Hier die eindrucksvolle
Bildfolge.
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www.Henner.info
Letzte Überarbeitung:
25.01.2010