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Brennweite
Die Brennweite eines Objektivs ist definiert als der Abstand von einem Blatt
Papier, bei dem ein "unendlich weit" entfernter Gegenstand (z.B. die Sonne)
scharf abgebildet wird. Wer hat nicht schon mal diese Tatsache genutzt, um ein
Loch in Papier zu "brennen"?
Der Bildkreis ist das kreisförmige Bild, das
ein Objektiv maximal imstande ist, ohne deutliche Fehler abzubilden. Er muss
mindestens so groß sein wie die Diagonale des Film- bzw. Sensorformat.
Bei KB-Kameras sind das 43,3 mm.
Am schärfsten ist das Bild in der Mitte. Je nach
Güte des Objektivs nimmt die Schärfe zum Rande hin mehr oder weniger stark ab.
Da die Bildecken den größten Abstand haben, sind sie bei einem schlechten
Objektivs am deutlichsten betroffen.
Mit der Brennweite ändert sich
die
Perspektive. Die natürlichste Perspektive (die
Proportionen sehen so aus, wie das menschliche Auge sie kennt) ergeben sich bei
einer Brennweite, die der Bilddiagonalen entspricht. Sie wird auch
Standard-Brennweite
genannt. Bei KB ist das 43,3 mm, obwohl häufig 50 mm als "normal" angesehen
wird.
Bildwinkel
Auf der Seite "Perspektive"
werden die Unterschiede erläutert.
Bei KB-Kameras befindet sich hier der Film, bei Digitalkameras der Sensor.
(→Randschärfe)
Je nach
Brennweite des Objektivs ändert sich im
nebenstehenden Bildchen der Abstand des obere Schnittpunkts von der Filmebene .
Der jeweilige Diagonalen-Bildwinkel ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.
Für die Frage, wie viele Personen bei einer Gruppenaufnahme mit auf dem Bild
sind, ist aber der Horizontal-Bildwinkel entscheidend. Er ist selbstverständlich
kleiner als der Diagonal-Bildwinkel.
mm KB
Diagonal
Horizontal
(KB)
17
104°
93°
21
92°
81°
28
75°
65°
35
63°
54°
40
57°
48°
50
47°
40°
100
24°
20°
200
12° 30'
10° 30'
Unterschied zwischen Superweitwinkel- und Fischaugen-Objektiven
Brennweite "entsprechend xx mm bei KB"
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Digitalkameras haben fast ausschließlich kleinere
Sensoren als KB-Kameras. Auf den Objektiven wird aber immer nur die
tatsächliche Brennweite angegeben. Da
stellt sich dann die Frage, wie man die in einen von der KB-Kamera gewohnten
Wert
umrechnen kann. Unter "f=6,2 mm" kann sich nämlich niemand etwas vorstellen,
unter "entspricht 28mm bei KB" aber sehr wohl.
Bei Tele ist der 4:3 Sensor durch den kleineren Horizontal-Bildwinkel im "Vorteil". Er hat dann nämlich z.B. bei "100 mm KB" eine stärkere Telewirkung als ein entspr. KB-Foto. |
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Werden 4:3 Kameras auf 16:9 umgeschaltet, wird
oben und unten einfach etwas weggelassen, der Horizontalwinkel bleibt aber
gleich. |
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Was ist
"normierte Brennweite"? Die Brennweite kleiner Digitalkameras auf die entspr. Brennweite von KB-Kameras umzurechnen, ist international üblich. Das hindert die Zeitschrift "test" aber nicht daran, eine eigene Definition einzuführen: Die "normierte" (auf die jeweilige Standardbrennweite bezogene) Brennweite eines Zoomobjektivs bei Weitwinkel- und Tele-Einstellung. So ergibt sich z.B. für 35 mm ein Wert von 0,7. Sehr gewöhnungsbedürftig! |
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Wie wird der
Zoomfaktor berechnet? International üblich
ist es, den Zoomfaktor aus dem Verhältnis der beiden tatsächlichen
Brennweiten zu ermitteln. (Das Verhältnis der umgerechneten Brennweiten ergibt
natürlich das gleiche Ergebnis!).
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Multiformat-Sensor
![]() Manche Kameras wie z.B. die LX5 und TZ7, halten den Diagonalwinkel bei allen Vorgaben konstant. Bei der Vorgabe "16:9" ist dadurch der Horizontalwinkel größer als bei 4:3. Rechts und links ist dann mehr auf dem Bild (sh. das folgende Beispielbild). Solche Sensoren verzichten allerdings bei jeder Einstellung auf etliche Sensorzellen am Bildrand (rot). Aus einem 12MP-Sensor wird ein 10MP-Sensor. |
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Hier der Vergleich 4:3 mit 16:9 am Beispiel eines Fotos aus der Cao-Dai Kirche in Long Hoa (Vietnam) mit gleicher (umgerechneter) Brennweite. |
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Normale 4:3 Sensoren mit
Umschaltmöglichkeit |
Viele Kameras mit 4:3 Sensoren erlauben ebenfalls die
Vorgabe der Formate 3:2 ; 16:9 und z.T. auch 1:1. Davon rate ich ab, da nur das
4:3 Format alle Zellen des Sensor voll ausnutzt. Bei allen anderen Formaten wird lediglich ein mehr
oder weniger großer Teil der Höhe des 4:3 Bildes oben und unten abgeschnitten, was man
problemlos auch nachträglich machen kann.
(→IrfanView) Beim 1:1 Format
wird das 4:3 Bild rechts und links beschnitten. Die Höhe bleibt.
Hier ein Bildbeispiel im Format 4:3. Bei 3:2 würde nur der Bereich zwischen den gelben Linien, bei 16:9 nur der zwischen den weißen Linien aufgenommen. Bei diesem Motiv hätte man bei einem 3:2 Format (das überwiegend von SLR-Fans der alten Schule bevorzugt wird) weiter zurückgehen müssen, um den Kopf nicht zu beschneiden. Aber dann hätte man unnötig viel "Ballast" rechts und links gehabt. Oder man wäre zu einem Hochformat-Bild verführt worden, von dem ich aus guten Gründen abrate. Die große Bildhöhe des 4:3 Formats macht Hochformat meist überflüssig. Manche Breitformat-Motive erfordern sogar zwingend eine möglichst große Bildhöhe. →überzeugendes Beispiel Die endgültige Festlegung des Bildausschnitts sollte - falls sinnvoll - in aller Ruhe nachträglich bei der Bildbearbeitung geschehen. Ich beschneide viele meiner Fotos auf 16:9. |
| Auch Kameras mit 3:2 Sensoren (Systemkameras) bieten Umschaltmöglichkeiten an. Hier gilt: Nur bei 3:2 werden alle Sensorzellen genutzt. Bei 16:9 wird oben und unten, bei 4:3 und 1:1 wird rechts und links etwas abgeschnitten. Aber warum soll ich mich der Möglichkeit berauben, später am PC den optimalen Bildausschnitt zu wählen? Was ich bereits in der Kamera wegschneiden ließ lässt sich nicht wieder zurückholen. |
Warum benötigen kleine Sensoren nur sehr kleine Objektive?
| Nehmen wir einmal an, dass mit einer
KB-Kamera bei 40mm Brennweite mein bekanntes Rathausmotiv aufgenommen
wird.
Würde nun anstelle des KB-Films bzw. KB-Sensors (36x24mm) ein 1/2,3" Minisensor (6,2x4,6mm) in der Kamera
eingebaut sein, dann würde von ihm nur ein kleiner Ausschnitt in der
Bildmitte erfasst werden (rechtes Bild).
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Ist die maximale Auflösung abhängig von der Sensorgröße?
Je kleiner ein Sensor ist, um so weniger
"Zeilen/Bildhöhe" kann er
maximal auflösen.
Die sinnvolle Grenze liegt bei einem 1/1,7" Sensor ( St.Br. = 9,4mm) bei ca. 12MP,
bei dem in vielen Kameras eingesetzten kleineren 1/2,33" Sensor (St.Br.
= 7,7 mm) noch darunter. Eine weitere Erhöhung der MP bewirkt keine
merkliche Zunahme von Bilddetails. Außerdem sind die hohen Auflösungen nur
bei Basisempfindlichkeit erreichbar, bei höheren ISO-Werten gehen sie
dramatisch zurück. Deshalb ist es Unsinn, einen
16MP-Sensor in eine kleine Kamera einzubauen. Das erhöht nur den
Speicherbedarf und bremst die Geschwindigkeit.
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Blende
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Die Lichtmenge, die für den Film bzw. Sensor für eine optimale Belichtung notwendig ist, wird durch die Blende (und die Belichtungszeit) geregelt.
Von Blendenstufe zu Blendenstufe wird die Lichtmenge
jeweils halbiert.
Bei jeder Kamera - ob Superzoom oder Plattenkamera - gilt: Blende 2,8 ist Blende 2,8 bei jeder Kamera Zumindest sollte das so sein! |
Verbessert Abblenden die Bildschärfe?
| Bei kleinen Digitalkameras gilt die alte
Regel nicht mehr, dass ein Objektiv bei etwa Blende 8 seine maximale
Schärfe aufweist. Ursache ist die sog. Beugungsunschärfe, die um so
größer wird, je kleiner die absolute Blendenöffnung ist. Die ist durch die
rel. kurze Brennweite der kleinen Kameras aber sehr viel kleiner als bei
KB- und APS-Kameras.
Bereits ab etwa Blende 5,6 nimmt die Schärfe sogar ab. Deshalb begrenzen viele Kameras das Abblenden auf max. Blende 8.
Eine Abblendung zur Erhöhung der Schärfentiefe ist ohnehin nicht notwendig, da die prinzipbedingt sehr groß ist. Ein anderer Aspekt ist natürlich die Randschärfe. Viele minderwertige Kameras zeigen bei offener Blende starke Randunschärfe, die nur durch Abblendung reduziert werden kann. Immer bei offener Blende arbeiten Kameras mit Graufilter. Sie vermeiden zwar die Beugungsunschärfe, können aber Randunschärfe nicht weiter reduzieren. Aber auch Kameras mit Lochblende (sh. unten) arbeiten meist mit offener Blende und schalten nur bei großer Helligkeit die Lochblende ein. Ein Grund mehr für mich, auf gute Randschärfe bei offener Blende zu achten. Wie der Einfluss der Blende auf die Schärfe bei den Wechselobjektiven für APS-Kameras auswirkt, kann an dem bei dpreview gezeigten →Beispiel nachvollzogen werden. Die sehr starke Randunschärfe verschwindet zwar beim Abblenden, aber bereits bei Blende 11 ist zwar das gesamte Bildfeld gleichmäßig scharf, aber von der zuvor hervorragenden Schärfe in Bildmitte ist nichts mehr übrig. →Erläuterungen |
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Irisblende
Graufilter
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Achtung: Bei der letzten Überarbeitung eingefügte Texte sind grün markiert!
www.Henner.info