| Bild-Rauschen |
| Leider fragen fast alle Kamera-Käufer nur nach dem höchsten "einstellbaren" ISO-Wert. Niemand interessiert sich dafür, wie dann die Bildqualität ist. |
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Was ist eigentlich "Rauschen"?
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Panasonic LX1 bei 400 ISO (dpreview.com) |
Der
Zusammenhang wird durch die nebenstehenden Grafik deutlich. Sie zeigt
die Messwerte verschiedener Kameras bei
100 ISO. Nur wenn eine
Kamera auch bei schwachem Licht (ganz links) noch außerhalb des
"Rauschbereiches" liegt, kann man ein "saftiges" Schwarz erwarten, ohne
bunte Störpixel usw.Die SLR D200 erfüllt diese Bedingung problemlos. Aber die F10 ist praktisch mit der Olympus-SLR gleichauf. Die LX1 ist selbst bei optimalen Lichtverhältnissen (ganz rechts) nicht völlig rauschfrei! Manche aktuelle Modelle sind aber noch schlechter (z.B. Ricoh R3)! Deshalb sollte uns dieser Zusammenhang
misstrauisch machen, wenn uns 400 ISO Werbebilder gezeigt werden, die
bei grellem Sonnenschein aufgenommen wurden. Dann fällt Rauschen nämlich
(fast) gar nicht auf! |
| Vorsicht! Gute Rauschwerte kann ein Hersteller auch erreichen, indem er eine sehr aggressive Rauschunterdrückung einsetzt. Dadurch werden dann aber nicht nur die Störpixel sondern auch alle kleinen Bilddetails weggebügelt! Dann hat man zwar rauschfreie Farbflächen, aber die Auflösung ist katastrophal! Misstrauisch sollte man spätestens dann werden, wenn die Rausch-Messwerte mit höheren ISO-Werten nicht ansteigen, sondern sogar abnehmen! Krasses Beispiel: Bei der Panasonic LX2 sind die Rauschwerte selbst bei 1600 besser als bei 100 ISO! → mehr sh. unten ("Auflösung und Rauschen") |
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Bildbeispiel
Ob eine Kamera stark rauscht kann man ganz einfach feststellen. Man fotografiert ein Motiv, das neben sehr hellen Bereichen auch einfarbige dunkle Flächen enthält und sieht diese sich dann mit einem Bildbearbeitungsprogramm den "blauen Kanal" an. Selbst wenn bei RGB (normales Farbbild) noch nichts Auffälliges zu sehen ist ... der Blau-Kanal zeigt schonungslos ein evtl. vorhandenes Rauschen (Beispiel)! Zugegeben, Rauschen das man nur im
Blaukanal sieht, ist relativ unkritisch. Aber sobald man z.B. ein
unterbelichtetes Foto am PC aufhellt, wird das Rauschen deutlich
sichtbar. Bei rauscharmen Kameras (wie z.B. der
F31)
können selbst scheinbar völlig schwarze Schattenbereiche noch aufgehellt
werden, ohne dass Rauschen auftritt (→
Bildbeispiel) Was ist die Ursache dieses Rauschens? Aber nur aus der Größe der Sensorzellen
auf das Rauschverhalten zu schließen, ist auch nicht richtig! ( →
Mehr Infos)
Aber die Zeit steht nicht still!
Sicherlich wird (wenn wir Kunden das verlangen!) von der Industrie
zukünftig die Rauschfreiheit einer Kamera (auch bei höheren
ISO-Werten) mehr und mehr als Entwicklungsziel
erkannt und nicht nur immer höhere Pixelzahlen angestrebt werden! |
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Auflösung und Rauschen Da seit Erscheinen der F10 die Käufer
zunehmend auch den Wert höherer Empfindlichkeiten begreifen, meinen nun
alle Hersteller, mindestens auch 1600 ISO anbieten zu müssen ... ohne Rücksicht auf
die Bildqualität! Danach fragt ja zunächst niemand!
Die letztere Methode ist besser, da dann -
je nach Geschmack - nachträglich mit einem entsprechenden
Programm das Rauschen am PC reduziert werden kann. Bei der ersten
Methode hat man keine Wahl mehr. Alle Details sind unwiederbringlich
weg! Das bisher schlimmste Beispiel liefert die 2006 neu vorgestellte 6MP Panasonic FZ7. Die erlaubt zwar auch die Einstellung von 1600 ISO, aber bereits bei 800 ISO ist die Auflösung schlechter als bei einer 2 MP-Kamera! Ursache: Durch Pixel-Mixing wird zwar das Rauschen reduziert, aber das zwangsläufig kleinere Bild wird anschließend rigoros wieder auf 6 MP hochgerechnet! Grauenhaft!
Fazit: |
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Sensorzellengröße = Rauschverhalten? Immer wieder taucht die Theorie auf, dass
es eine untere Grenze für die Größe der Einzelzellen auf dem
Kamera-Sensor gibt, ab der Rauschen unvermeidbar auftritt. Das ist m.E.
fragwürdig! Man macht es sich zu einfach, kurzerhand die Sensorhöhebreite
durch die Anzahl der nebeneinander liegenden Einzelzellen zu teilen und
aus den sich dann ergebenden z.B. 2,7 μm auf das Rauschverhalten zu
schließen! Diese Überlegung vernachlässigt die ständige Verbesserung der
Sensoren und Datenaufbereitung.
Sinnvoller wäre allerdings die Größe "Sensorfläche [mm²] geteilt durch MP". Dadurch würden auch unterschiedliche Sensor-Seitenverhältnisse (16:9 und 3:2) berücksichtigt. In unserem Beispiel würde sich übrigens 6,7 bzw. 3,4 ergeben. Für die Fuji F100 ergibt sich 4,3 und für die S100 ein Wert von 5,3. Gleichgültig, wie
viele Fortschritte in Zukunft auch erreicht werden; eine 12MP-Kameras mit einem
kleinen
1/2,7" Sensor wird immer sehr viel stärker rauschen als
eine 12MP-Kamera mit einem 1/1,7" Sensor; denn letzterer hat eine
etwa doppelt so große Fläche und deshalb können die Sensorzellen darauf
doppelt so groß sein! |
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Rauschen reduzieren durch Einstellung geringerer MP? Falls die Bilder einer Kamera bei
bildschirmfüllender Betrachtung stärker rauschen als die einer anderen
Kamera, dann empfehlen manche Testzeitungen, einfach
auf geringere MP-Werte umzuschalten. Dann sei das Problem gelöst. Wer es nicht glaubt, sollte einfach ein großes "rauschendes" Bild mit Photoshop
auf die gewählte Bildschirm-Auflösung reduzieren und dann beide
Bilder bildschirmfüllend nacheinander ansehen. Beide Bilder sind exakt
gleich! Bei bildschirmfüllender Betrachtung ist das Rauschen logischerweise weniger stark zu sehen. |
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Vergleich verschiedener Kameras
Um Kameras mit verschiedenen MP-Zahlen
bezüglich des Rauschens vergleichen zu können, müssen ihre Bilder zuvor
auf gleiche Größe gebracht werden. Ggf. tut es auch die jeweils bildschirmfüllende Betrachtung oder der Vergleich von 13 x 10 cm
Papierbildern, wenn dann bereits Unterschiede erkennbar werden. Nur wenn mit dieser Methode keine Unterschiede erkennbar sind (z.B. Rauschen bei 100 ISO), dann sollte man die betr. Testbilder auf ein größeres Format als die Bildschirmauflösung umrechnen und Bildausschnitte vergleichen.
Streng genommen ist es nicht korrekt, 800
ISO mit 800 ISO zu vergleichen. Eine Kamera mit max. Blende 4 muss
bereits 1600 ISO wählen, während eine Kamera mit Blende 2,8 noch mit 800
ISO auskommt. Hat diese 2,8 - Kamera sogar einen guten(!)
Stabilisator,
dann genügen ihr sogar 400 oder gar 200 ISO ... wenn Bewegungsunschärfe
kein Problem ist. |
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Rauschen nachträglich am PC reduzieren Mit z.B.
Noise Ninja oder Helicon (Links) kann
das Rauschen mancher Bilder deutlich reduziert werden. Aber ein noch so gutes
Programm kann nicht den durch den hohen ISO-Wert verursachten
Schärfeverlust (Vgl. Bild ganz oben!) rückgängig machen, im Gegenteil!
Das Programm reduziert weitere Bilddetails! Sehr sinnvoll sind solche Programme bei
der Bearbeitung von
RAW-Dateien, bei denen das Rauschen ja nicht schon in der Kamera
reduziert wird. |
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Sieht man Rauschen auf Papierbildern? Ob das Rauschen auch auf
Papierbildern störend sichtbar wird, kann man rel. einfach
abschätzen. Es gilt die Faustregel, dass ein 10 x 13 Papierbild etwa so
aussieht, wie das gleiche Bild auf einem 19"-Monitor. Alles was man da
sieht (Rauschen, Rand-Unschärfe ...), wird man auch auf dem Papierbild
sehen. Besonders auffällig ist das "Farbrauschen", das z.B. auf einen einfarbigen dunklen Hintergrund farbige Pünktchen zaubert. Das normale Rauschen wird eher toleriert, da es dem bei hochempfindlichen KB-Filmen bekannten groben Korn ähnelt. Ob das Rauschen stört, muss jeder für sich selbst entscheiden! Am besten natürlich im Vergleich mit einem bei 100 ISO aufgenommenen Vergleichsfoto. |
Basis-Empfindlichkeit
Zumindest sollte an der Kamera eine Basis-Empfindlichkeit
einstellbar sein, die Rauschfreiheit garantiert! Auch wenn das dann
"nur" 50 ISO sind! Ich arbeite übrigens
oft mit niedrigster ISO-Einstellung
und nehme dafür gelegentliche Bewegungsunschärfe in Kauf .... was manchmal sogar
stimmungsvollere Fotos ergibt!
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Rauschen bei Langzeitbelichtung
Bei Langzeitbelichtungen (z.B. länger als
4 Sek.) kann eine ganz andere Form des Rauschens auftreten. Dann wirkt das
Bild wie mit kleinen weißen Punkten übersäht. Das sind Störungen, die der
Sensor erzeugt, bei kurzen Belichtungszeiten aber nicht auffallen. Die
können beseitigt werden, indem man anschießend ein "Schwarzbild" mit
abgedecktem Objektiv macht. Dann entsteht ein Bild mit den gleichen
Störungen. Zieht man die nun vom Langzeitfoto ab, so erhält man ein
störungsfreies Bild. Gute
Kameras machen das automatisch. Deshalb wird ein Langzeitfoto nicht sofort
auf dem Monitor gezeigt, sondern erst nach dieser Bearbeitung.Hier ein Langzeitfoto der Fuji F10 und ein 1:1 Bildausschnitt daraus. Belichtungszeit: 15 Sekunden, Blende: 2,8; 400 ISO. |
www.Henner.info
Letzte Überarbeitung:
09.05.2008