Zusatzblitzgerät


Welche Vorteile hat ein Zusatzblitzgerät?

In der "guten alten Zeit" musste man immer ein Blitzgerät zu seiner Kamera kaufen, heute ist es bereits eingebaut. Es ist aber meist nur ein Notbehelf. Was will man schon bei Leitzahl 7 erwarten? Bei Tele (Blende 4,9!) und 100 ASA ist dann bereits bei 1,4 Meter Schluss!
Die Sony T7 hat sogar nur einen Blitz mit Leitzahl 5!
Aber selbst die Blitzgeräte der D-SLRs haben lediglich Leitzahlen von 11 bis 13.

Ein Zusatzblitzgerät verfügt über eine sehr viel höhere Leitzahl und somit eine entsprechend größere Reichweite.

Es gibt aber noch viele weitere Gründe für ein Zusatzblitzgerät!



Schatten aufhellen

Der eingebaute Blitz ist bei Sonnenschein nicht in der Lage, Schattenbereiche in 5 Meter Entfernung aufzuhellen. Dazu muss man mit "A" manuell eine große Blendenöffnung vorgeben (Wohl dem, dessen Kamera das kann!). Ich empfehle hier Blende 4,5. Kompakt-Digitalkameras synchronisieren dann bis zu ihrer kürzesten Belichtungszeit (z.B. 1/1000 sek.).
Falls selbst bei der Vorgabe von 100 ISO der Hintergrund noch überbelichtet ist, muss etwas abgeblendet werden ... was natürlich die Blitzreichweite reduziert.

Die gewählte Kamera-Blende muss am Blitzgerät eingestellt werden. Falls der angeblitzte Bereich zu hell ist, muss eine höhere ISO-Vorgabe am Blitz eingestellt werden.

Aber auch mit Kameras ohne manuelle Blendenvorgabe kann der Zusatzblitz eingesetzt werden. Es muss dazu die von der Kamera-Automatik gewählten Blende manuell auf das Blitzgerät übertragen werden.
Bei Kameras, die die von der Automatik gewählte Blende nicht vorher anzeigen (Ixus ...) ist das natürlich nicht möglich.



Rote Augen und Reflexe vermeiden

Häufig reichen selbst 10 cm Abstand des Blitzes vom Objektiv nicht aus, um rote Augen sicher zu vermeiden! Da hilft eine sog. "Blitzschiene". Außerdem lässt sich diese Kombination sehr sicher halten, die Aufnahmen wirken sehr viel plastischer und Reflexe auf spiegelnden Flächen werden vermieden.


Falls das Zusatz-Blitzgerät über Sensor (sh. unten) ausgelöst wird, empfiehlt es sich, den Kamerablitz abzuschirmen. Das geschieht durch ein kleines Stück Pappe, das mit Tesafilm an der Kamera befestigt wird. Es lenkt das Blitzlicht nach unten, so dass es nicht direkt in die Augen des Motivs trifft, aber für den Sensor noch wahrnehmbar ist.


Makro-Aufnahmen

Bei extremen Nahaufnahmen ergibt sich häufig ein Beleuchtungsproblem. Der eingebaute Kamera-Blitz kann dann auch nicht helfen. Aber er kann sich trotzdem nützlich machen, indem er einen Zusatzblitz über einen Blitzsensor auslöst. Und der Zusatzblitz kann so positioniert und in der Helligkeit angepasst werden, dass das Motiv optimal beleuchtet wird  ....


"Entfesselter" Blitz

Die verblüffendste Wirkung eines Zusatzblitzes ist aber sein Einsatz als "entfesselter" Blitz. Dazu wird er im deutlichen Abstand von der Kamera positioniert und sorgt so für sehr plastische Fotos. Seit einiger Zeit mache ich alle Blitzaufnahmen mit dieser Methode.
Bei Kameras mit Blitzschuh wird der Zusatzblitz über ein langes Kabel oder (teuer!) über Funk ausgelöst.
Aber auch die unten beschriebenen Sensorzellen ermöglichen eine "drahtlose" Auslösung.
Der Zusatzblitz kann er z.B. auf einem Stativ schräg hinter dem Motiv stehen und so eine sehr plastische Ausleuchtung ermöglichen.
Der Kamerablitz sorgt hierbei für eine Aufhellung der Schatten. Die evtl. auftretenden roten Augen müssen dann nachträglich beseitigt werden ... was mit dem richtigen Programm kein Problem ist!
Erstaunlich, wie gut die Automatiken von Kamera und Blitz für eine sinnvolle Dosierung der beiden Blitze sorgen, wenn beide auf gleiche ASA- und Blendenwerte eingestellt sind!



Hier ein Bild, bei dem der Zweitblitz am ausgestrecktem linken Arm von oben geleuchtet hat.

 
Aufnahme: 13.04.2007;Blitz: Metz 28 CS-2; Kamera: F10; 200 ISO; Bl. 2,8; extrem kurze Blitzdauer
 


Bei diesem Bild leuchtete der Zusatzblitz auf einem Stativ von rechts oben und bewirkte eine sehr plastische Darstellung.

 
 Aufnahme: 24.12.2007; Blitz: Metz 28 CS-2; Kamera: Fuji 6500; Brennweite (KB):77mm ; 200 ISO
 



Das überzeugendste Beispiel ist aber das folgende Bild. Dabei war der Zusatzblitz ca. 5 Meter entfernt an der Decke angeklemmt! Er hatte aber "Blickkontakt" zum Kamerablitz. Das Ergebnis ist ein extrem plastisches Foto, das allein mit einem an der Kamera befestigten Blitz nie erreicht werden könnte.


Aufnahme: Blitz: Metz 28 CS-2; Kamera: Fuji F10

Weitere überzeugende Bildbeispiele in einem Bildbericht auf der Website meines Squaredance-Clubs.

Verbindung mit der Kamera

Problemlos sind natürlich Kameras mit Blitzschuh in Kombination mit einem entsprechenden Systemblitzgerät. Aber solche Blitzgeräte sind relativ teuer.
Es geht auch mit einem alten Automatik-Blitzgerät (mit "Arbeitsblende").
Aber Vorsicht: Manche primitive Uralt-Blitzgeräte arbeiten mit einer hohen Triggerspannung, die die Kamera-Elektronik beschädigen kann. Liste sicherer Blitzgeräte unter: www.botzilla.com/photo/strobeVolts.html

... und wenn die Kamera keinen Blitzschuh hat

Einen Blitzschuh hat leider keine kleine Kamera und da fast alle mit einem sog. "Vorblitz" arbeiten, genügt auch ein simpler Blitzsensor in Kombination mit einem normalen Blitzgerät nicht. Hier würde bereits der Vorblitz den Zusatzblitz auslösen.
Hier hilft ein spezieller Sensor, der den Zusatzblitz entsprechend verzögert auslöst. Er hat vorne den Sensor, unten ein 1/4" Stativgewinde, oben einen Blitzschuh für ein Blitzgerät mit Mittenkontakt und hinten einen Schalter, mit dem ggf. die Verzögerung durch den Vorblitz  berücksichtigt wird.
www.fotomagazin-24.eu

Wer nicht bereits ein altes Blitzgerät besitzt, kann auch ein Spezial-Blitzgerät (z.B. Metz 28 SC-2) kaufen, das bereits einen Sensor eingebaut hat.
 



Was ist ein "Vorblitzsysten"?
Fast alle modernen Digitalkameras arbeiten mit einem sog. Vorblitzsystem. Dabei wird Sekundenbruchteile vor der eigentlichen Aufnahme ein "Vorblitz" ausgelöst, der die Helligkeit des Motivs bestimmt und damit die notwendige Blitzdauer für eine exakte Belichtung ermittelt.
Die Zeitspanne zwischen Vor- und Hauptblitz ist so kurz, dass ein Mensch sie nicht bemerkt. Der Sensor erkennt aber den Vorblitz und löst automatisch - und damit zu früh - den Zusatzblitz aus. Das gaukelt der Kamera nun eine Helligkeit vor, die dann bei Auslösung des Hauptblitzes nicht mehr da ist, da der Zusatzblitz seine Kraft ja schon verbraucht hat. Ergebnis: völlig unterbelichtete Fotos.
Deshalb geht kein Weg an einem speziellen Sensor oder Blitzgerät vorbei.

Leider bieten nur wenige Kamera die Möglichkeit, den Vorblitz abzuschalten (z.B. die Canon A640; 710). Dann kann nämlich ein jedes beliebige Blitzgerät (mit einem zusätzlich aufgesteckten normalen Blitzsensor) verwendet werden. Besonders bei Kameras mit Blendenvorwahl ist das eine elegante (und billige!) Lösung, die sogar den Einsatz mehrer "normaler"  Blitzgeräte ermöglicht, was bei Kameras mit Vorblitz nicht möglich ist.
Hilfreich ist dann auch, wenn der Kamerablitz in der Helligkeit heruntergeregelt werden kann, um ihn nur noch zum Auslösen des Zusatzblitzes zu benutzen.

 

Störung durch "Fremdblitze".
Leider sind Sensor-Zusatzblitzgeräte (fast) nicht einsetzbar, wenn auch andere Kameras blitzen. Dann kann es vorkommen, dass sie im entscheidenden Moment ihre volle Leistung noch nicht wieder erreicht haben, weil sie gerade zuvor durch einen anderen Blitz ausgelöst wurden.
Über Kabel oder Funk angeschlossene Blitzgeräte kennen solche Probleme nicht..
 



Was muss ich einstellen?

Gleichgültig ob man ein Blitzkabel oder einen Sensor benutzt: Voraussetzung für den Einsatz eines alten Blitzgerätes ist eine Kamera mit Blendenvorwahl, besser noch mit voll manueller Einstellmöglichkeit.
Man stellt zunächst den Blitz z.B. auf "Arbeitsblende = 5,6" und an der Kamera (manuell) Blende 5,6 (und 1/100 Sekunde) ein.
Dann macht man ein Testbild und sieht es sich an. Das ist ja der Vorteil von Digitalkameras! Sind die vom Blitz beleuchteten Bildteile zu hell oder zu dunkel, korrigiert man die (Kamera-) Blende entsprechend. Die Belichtungszeit verändert man ggf. so, dass der nicht vom Blitz beleuchtete Hintergrund richtig belichtet wird.
Wenn die optimale "Arbeitsblende" so gefunden worden ist, sind nach meinen Erfahrungen dann alle Bilder - gleichgültig ob im Abstand von 1 oder 6 Metern - richtig belichtet. Der Sensor des Blitzgerätes sorgt automatisch dafür!

Natürlich müssen Kamera und Blitz auch auf gleiche ISO-Zahl eingestellt sein.

Bei Systemblitzgeräten und den entspr. Kameras gibt es diese Probleme nicht.

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Start der Seite: 04.01.2008


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Letzte Überarbeitung: 14.02.2008