Papierbilder von Digital-Fotos
 
Bei aller Begeisterung für digitale Technik. Manche Bilder möchte man doch mal in die Hand nehmen und herumzeigen können.
Welche Möglichkeiten gibt es?
 
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Bilder auf Fotopapier
 

Selbstverständlich müssen Digital-Fotos nicht nur am Bildschirm betrachtet werden. Sie können entweder mit einem Farbdrucker ausgedruckt oder aber im Fotogeschäft. Auf Fotopapier belichtete Papierbilder haben u.a. den Vorteil, dass sie lichtbeständig und rel. unempfindlich gegen Feuchtigkeit sind.
Die Farbqualität von Fotopapier-Bildern wird von keinem noch so guten Drucker übertroffen .... und außerdem sind sie billiger! Bilder im Format 10x15 gibt es schon ab 0,09 Euro.

Für alle, die eine schnelle Datenverbindung haben, empfiehlt es sich, die Bilder per Internet zu bestellen und dann bei dem betr. Händler (z.B. Rossmann) abzuholen. So spart man bis zu 2.60 Euro Versandkosten. Die Internetbestellung empfiehlt sich auch deshalb, weil man dabei den Ausschnitt frei festlegen, rote Augen beseitigen usw. kann.

Aber auch eine direkte Bestellung in fast jedem Fachmarkt möglich. Man kann z.B. die gewünschten Bilder auf eine CD brennen und dann in den Bestell-Automaten übertragen. Billiger ist es aber, mit einem Card-Reader die Bilder auf einen beliebigen Speicherchip zu kopieren. Da die Bestell-Automaten jeden Speicherchip-Typ akzeptieren, kann man selbstverständlich auch direkt von seinem Original-Chip bestellen. Ein eigener PC ist also nicht mehr notwendig, um Papierbilder von seinen digitalen Fotos zu erhalten!
An vielen Automatenstationen können die Bilder sogar sofort mitgenommen werden. Das hat allerdings seinen Preis.

Beachten sollte man unbedingt, dass Digitalfotos meist des Seitenverhältnis 4:3 haben. Bestellt man davon "10 x 15 cm Bilder", dann werden auf beiden Seiten (eventuell bildwichtige!) Teile abgeschnitten. Deshalb muss man ggf. ausdrücklich "automatisch beschneiden" oder "nicht beschneiden" angeben. Dann ist es nämlich gleichgültig, ob man "normale" (4:3) Bilder oder vorher auf  3:2 oder 16:9 beschnittene Bilder abgibt. Die Bilder werden in der Kopieranstalt nacheinander auf eine z.B. 10 cm breite Fotopapier-Rolle belichtet. Alle Bildformate sind deshalb 10 cm hoch, aber unterschiedlich breit (13; 15 bzw. 17,7 cm).
Aus technischen Gründen wird übrigens immer von der Breite jeweils ca. 1% abgeschnitten. Wenn das Bild völlig ohne Verluste sein soll, dann muss man bei der Bildbearbeitung (bei Querformat-Bildern) oben und unten einen entsprechenden weißen Rand vorsehen ("Arbeitsfläche" vergrößern).

Leider werden oft die Bilder ungefragt "optimiert". Das führt dann zu überschärften, unnatürlichen Bildern.
Durch "Autokontrast" wird bei stimmungsvollen Bildern (Nebellandschaft, Low-Key usw.) die hellste Stelle (auch wenn sie mittelgrau ist) zu Weiß erklärt, die dunkelste zu Schwarz. Um das zu vermeiden, kann man am Rand eines Posters einen Graukeil einfügen, der dann echtes Weiß und Schwarz enthält!

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Wieviel  MP muss die Kamera haben?

Immer wieder werde ich gefragt, ob es bei 10 x 13 cm Papierbildern einen Unterschied zwischen 4 und 12 MP-Kameras gibt.
Antwort:
Bereits eine gute(!) 4MP-Kamera liefert die maximal von einem Fotopapierbild zu erwartende Auflösung. Bilder einer 12MP- oder 8MP-Kamera können deshalb unter normalen Betrachtungsabstand nicht schärfer wirken.

Um das zu beweisen, habe ich die Testbilder der 4MP Ixus 400 und 8MP Canon Pro1 bei Fa. Rossmann auf 10x13 cm vergrößern lassen.
Ergebnis: aus 30 cm Abstand ist kein Unterschied feststellbar, nur aus 10 cm (Lupe) traue ich mir zu, die Bilder zu unterscheiden!
Probleme gab es übrigens bei beiden Bildern mit der Struktur der Dachziegel. Sie zeigten z.T. starke Moire-Muster (sh. unten).

Eigentlich hätte ein eindeutiger Unterschied erkennbar sein müssen (Bild-Ausschnitte aus den Originaldateien). Aber bei der Datenübertragung wird aus Kostengründen die Auflösung auf etwa 300 ppi begrenzt, da ja unter normalen Betrachtungsabstand ohnehin nicht mehr erkannt werden kann.
Diese Begrenzung gilt auch für "normale" Fotos, die heute ebenfalls digital bearbeitet werden!

Interessant war übrigens, dass auf einem anderen Testbild der in meinem Testbericht bei der Canon Pro1 bemängelte Schärfe-Abfall auch ohne Lupe eindeutig zu sehen war! Fazit: Wichtiger als viele MegaPixel ist ein gutes Objektiv!

Je größer die gewählten Papierformate sind, um so deutlicher wird selbstverständlich der Unterschied zwischen den Kameras. (Details sh. Tabelle in "Kauf-Tipps")




Foto-Buch

Die moderne Version des guten alten Fotoalbums heißt "Fotobuch". Dazu lädt man sich die entsprechende Software eines Anbieters (z.B. Rossman, ALDI; Lidl usw.) herunter, entscheidet sich für ein bestimmtes Buchformat und wählt dann die Bilder aus. Anzahl, Größe und Rand der Bilder und der Hintergrund wird für jede Seite festgelegt. Ggf. kann auch Text eingefügt werden. Dann wird alles an den Anbieter geschickt und wenige Tage später hält man ein beeindruckendes Fotobuch in den Händen, das sich vorzüglich als Geschenk eignet.

Wer Wert auf höchste Qualität legt, bestellt eine Version, bei der die Seiten aus echtem Fotopapier bestehen. Dann sieht man mit einer Lupe nicht ein Druckraster sondern weitere Bilddetails.




Bilder ausdrucken mit IrfanView
 

Wer aber unbedingt seine Fotos selbst ausdrucken will, dem empfehle ich, es mit IrfanView zu machen. Dazu wird das Bild angewählt und dann "Datei > Drucken". Wählt man für das Papier Hochformat, dann sind z.B. zwei Bilder im Format 15 x 11 unterzubringen. Dazu wird als Druck-Größe "Spezial" gewählt und dann als Breite "15" und unten als Einheit "cm" eingegeben. Wenn "proportional" angekreuzt ist, ermittelt das Programm automatisch die Bildhöhe (z.B.: 11,25). Bei Vorgabe von z.B. 15,5 cm muss "15.5" (Punkt statt Komma) eingegeben werden.
In "Position" muss dann noch ein Rand von 1 cm  vorgegeben werden.

Auf keinen Fall "Auf Papiergröße skalieren" wählen!!!!

Nach Ausdruck des Bildes kann dann anschließend ein zweites auf der freien Fläche gedruckt werden.

Nicht vergessen:
Unter "Einstellungen" die Papiersorte usw. festlegen!

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Poster von Digitalfotos

Sogar Poster im Format 80 x 60 cm und größer sind möglich. Dazu müssen aber zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Datei muss die für Poster notwendigen 150 ppi aufweisen und
  • das Foto muss genügend viele Motiv-Details aufweisen.

Die erste Forderung kann problemlos bei jedem Bild durch Hochrechnen mit einem Bildbearbeitungsprogramm erreicht werden. →Mehr Infos

Die zweite Forderung hängt sehr vom jeweiligen Motiv ab. Bei der Großaufnahme einer Blüte erwartet kein Betrachter, mit der Lupe noch weitere Details erkennen zu können!
Anders ist das z.B. bei der
Luftaufnahme einer Stadt! Hier erwartet man ein gestochen scharfes Foto und da selbst eine 12 MP-Kamera (auch wenn es eine SLR ist!)  nur maximal 2640 x 1980 "echte" Pixel liefert, sind dann (bei 150 ppi) nur Poster bis zu 44 x 33 cm möglich.
Für alle "normalen" Fotos gilt aber, dass sie in jedem beliebigen(!) Format gleich scharf wirken, wenn sie im jeweils richtigen Betrachtungsabstand (sh. unten) angesehen werden.

Bei diesen Überlegungen wird allerdings vorausgesetzt, dass die Bilder wirklich scharf sind und keine starke JPG-Kompression aufweisen. Viele Bilder sind aber verwackelt oder aus anderen Gründen nicht optimal. (→Mehr Infos)
Die Schärfe eines Bildes wird außerdem nicht zuletzt von der Güte des Kamera-Objektivs bestimmt. Bei schlecht korrigierten Objektiven nützt auch ein 12 MP-Sensor nichts!

Andererseits ist 150 ppi eine sehr strenge Forderung. Und wer meint, dass "normale" Kameras viel bessere Bilder liefern, der sollte sich mal Poster von Amateur-KB-Fotos etwas kritischer ansehen! Die sind auch nicht alle gestochen scharf und kornlos!

Ein objektiver Maßstab, welche Digitalkamera größere Poster ermöglicht, ist übrigens nicht die MP-Anzahl sondern die tatsächliche Auflösung (gemessen in Zeilen/Bildhöhe bei dem betr. ISO-Wert)!
 


Poster auf Leinwand

Eine besonders beeindruckende Methode, seine Digitalbilder als Poster zu präsentieren (und zu verschenken), wird von einigen Internet-Dienstleistern angeboten. Dabei wird das Foto im Großformat (bis zu 160 x 120 cm) auf Leinwand ausgedruckt und auf einen Holzrahmen aufgezogen. Die Bilder wirken dann fast wie ein Gemälde.
Wegen der Struktur der Leinwand, genügen hier 72 ppi. Also müssen es nicht unbedingt Bilder einer 12 MP-Kamera sein!

Anbieteranschrift auf der Seite "Links"

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Betrachtungsabstand

Bei der Vorgabe der notwendigen Auflösung (in ppi) von Bildern wird der jeweils übliche Betrachtungsabstand berücksichtigt. Ein kleines 9 x 12 cm Bild natürlich aus kürzerer Entfernung betrachtet als ein 70 x 50 cm Poster.

Die folgenden Bilder sind faszinierende Beispiele für den Einfluss des Betrachtungsabstandes auf die "Auflösung" eines Bildes.
Das erste Bild besteht nur aus 19 x 15 = 285 Pixeln. Verblüffend, wie mit wachsendem Betrachtungsabstand es immer deutlicher zu erkennen ist!


Das nächste Bild hat 35 x 29 = 1.015 Pixel. Trotzdem ist das Gesicht aus größerer Entfernung recht deutlich erkennbar!


Na, hast du erkannt wer da auf dem Bild zu sehen ist?
Die Bildbeispiele zeigen, dass bei Großpostern (z.B. Wahlplakate), die ja aus größerer Entfernung betrachtet werden, hohe ppi-Forderungen nicht notwendig sind!
"Normaler" Betrachtungsabstand ist übrigens etwa die Länge der jeweiligen Bilddiagonale. Wer näher herangeht, kann nicht mehr das ganze Bild erfassen .... vergleichbar mit der ersten Reihe im Kino.

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Betrachtung mit einer Lupe

Zu Zeiten, als noch nicht alle (!) Fotos digital kopiert wurden, zeigten sie auch bei sehr geringen Betrachtungsabständen (mit starker Lupe) noch weitere Einzelheiten. Hier ein Beispiel aus meinem Familien-Archiv (Fotopostkarte aus dem Jahre 1907)



Wegen der Begrenzung auf 300 ppi nützt bei heutigen Bildern eine Lupe nicht viel!

Das wäre ja nicht so schlimm, wenn es da nicht noch durch die digitale Verarbeitung den Moire-Effekt gäbe! Da sich manchmal die Bildstrukturen (z.B. Dachziegel!) mit dem Raster des Fotolabors überlagern, sehen die Bilder auch aus normalem Betrachtungsabstand nicht gerade toll aus! So etwas konnte früher nicht auftreten!

Dagegen hilft nur eines: vor dem Papierbild-Auftrag die Bilder mit Photoshop auf das Zielformat und 300 ppi reduzieren. Konkret: Für 10 x 13 cm Bilder muss auf 1535 x 1152 Pixel reduziert werden. Meine "Standardgröße" 1600 x 1200 ist also auch hierfür sinnvoll!

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Letzte Überarbeitung: 06.01.2009