Video-Aufnahmen
 
Manche Situation kann mit einem "Stand"-Foto nicht wirklich erfasst werden. Denken wir nur an die ersten Schritte eines Kindes, das Verkehrsgewühl einer Großstadt, die Vorführung einer Tanzgruppe (→ sehenswertes Beispiel)  
Aber wer hat schon immer zusätzlich eine Video-Kamera dabei?
Eine Kombi-Kamera wäre da nützlich.


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Video-Kamera mit Foto-Möglichkeit

Wer ein Video-Filmfan ist, kann sich eine separate Fotokamera dadurch ersparen, indem er einen Camcorder mit Foto-Möglichkeit kauft. Inzwischen liefern einige sogar eine ganz passable Foto-Qualität.
Aber trotzdem wird man diese Möglichkeit nur als Notbehelf nutzen. Ansonsten filmt man ja alles.

 
Achtung! Das nun folgende ist zweifellos Ansichtssache.

Ich sehe mir sehr gerne gut gemachte Filmberichte im Fernsehen an. Da werden alle Möglichkeiten des Mediums "Film" professionell genutzt.
Anders ist das bei fast allen Amateuren. Sie benutzen ihre Video-Kamera wie einen Fotoapparat und "filmen" alles der Reihe nach, was ihnen vor die Flinte kommt. Selbst wenn es besser als Foto (in sehr viel besserer Qualität) festgehalten werden könnte. Was soll z.B. ein Film von den Pyramiden oder dem Frühstücksbuffet?
Und dann noch die überlangen Szenen - weil die Video-Kassetten ja so billig sind und man später die Filme ohnehin zurechtschneiden wird.
Aber wann ist "später"? Gleich nach einer Reise - wenn alle Bekannten wild auf den Reisebericht sind - schafft es fast niemand, seine Filme zu beschneiden und zu vertonen. Also führt man sie unbeschnitten vor .... und danach lohnt sich das Bearbeiten eigentlich nicht mehr so richtig, weil bereits alle Bekannten die Filme gesehen haben.
Das Vorführen von überlangen Videofilmen hat schon etwas von Freiheitsberaubung an sich! Wer traut sich schon, einem begeisterten Video-Fanatiker zu sagen, dass seine endlosen Szenen seine Besucher langweilen?

Vor Jahren hatten Video-Kameras einen sensationellen Vorteil gegenüber Foto-Apparaten: man konnte die Ergebnisse sofort ansehen. Dafür nahm man gerne die schlechte Bildqualität in Kauf.
Heute gibt es aber Digital-Kameras .....

Ich persönlich ärgere mich übrigens auch deshalb über Video-Fanatiker, weil sie minutenlang ein (unbewegliches!) Motiv filmen und keiner durch die Schussrichtung laufen darf.
Und dann sehen sie einen noch grimmig an, wenn man während dieser "Szene" sich erdreistet, etwas zu seinem Nachbarn zu sagen ....


Digital-Fotos sind dagegen ruck-zuck nach dem Urlaub zu einer Dia-Show zusammengestellt. Und im Gegensatz zu einem Video-Film wird bei einer Dia-Show ein Foto nur so lange gezeigt, bis alles Notwendige dazu gesagt wurde und alle Zuschauer-Zwischenfragen beantwortet sind. Man kann sich dabei voll auf die jeweiligen Interessen einstellen. Das geht bei Video leider nicht.

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Digital-Kamera mit Video-Möglichkeit

Viele Foto-Amateure wissen gar nicht, dass ihre Digitalkamera die Möglichkeit von Videoclips bietet. Die waren früher auf das Miniformat (320 x 240) und ruckelige 15 Bilder/ Sek. beschränkt. →Beispielfilm (1MB; Hanoi/Vietnam; 2002).
Aber bereits 2002 waren mit der Fuji
FinePix S 602 Video-Aufnahmen mit 640 x 480 bei 30 Bilder/Sek. möglich. Einen auf ca. 10% der Ursprungs-Dateigröße reduzierter Beispielfilm (855 KB) kann hier aufgerufen werden.
Inzwischen gibt es bereits Kameras, die im HDTV-Format (720p) filmen. Die Profi-SLR(!) Canon 5D MarkII filmt sogar in unglaublich guter Voll-HD-Qualität  (→Beispiel-Filmchen).

Solche Videoclips haben den Vorteil, dass sie wie Bilddateien eingeordnet sind und für sich alleine durch Anklicken gestartet und vorgeführt werden können. Sie erfordern nicht - wie das bei Filmen notwendig ist - einige Szenen davor und danach.
So kann man überwiegend Fotos (in hervorragender Qualität.) aufnehmen und setzt die Videoclip-Möglichkeit nur (relativ selten) ein, wenn es sinnvoll ist.

Wer einmal Spaß an diesen "bewegten Bildern" gefunden hat, wird diese Möglichkeit nicht mehr missen wollen und wird bei der Auswahl seiner Kamera darauf achten .... auch wenn die Videos nicht HDTV-Qualität haben.
Moderne Kameras wie z.B. die Panasonic TZ7 bietet allerdings schon fast Camcorder-Möglichkeiten. Sie filmt mit 720p (720 x 1280). Das Objektiv kann während des Filmens motorisch von 25 auf 300 mm gezoomt werden. Schärfe und Blende werden dabei laufend angepasst. Der Stabilisator arbeitet auch während des Filmens. Stereoton und HDMI-Ausgang für den Anschluss an HD-TV-Geräte sind auch dabei.
Besonders manche neuen Spiegelreflex-Kameras müssen den Vergleich mit einem HD-Camcorder nicht scheuen. Neben der besseren Weitwinkel-Möglichkeit bieten sie - durch die erheblich längere Standard-Brennweite (gegenüber 5-8 mm bei Camcordern) - die Möglichkeit zum "Freistellen" wie im Kinofilm.

Solche Videoclips sollten aber auf wenige "Ausnahmesituationen" beschränkt bleiben. Schließlich sollen sie ja nur eine Diashow auflockern. Wer beabsichtigt, einen 10 GB-Speicherchip mit vielen endlos langen Szenen voll zu knallen, der sollte sich doch besser gleich einen Camcorder kaufen.
Übrigens darf keine Kamera Videos aufnehmen können, die länger als 29 Minuten und 59 Sek. sind, da sonst die hohen EU-Einfuhrzölle für Camcorder fällig werden. Aber wer filmt schon "Videoclips" von 30 Minuten Länge?


Geeignetes Vorführprogramm

Wer sich für diese Art der "Berichterstattung" entschließt, sollte sich auch gleich nach einem geeigneten Vorführprogramm umsehen. Viele Programme sind nämlich nicht in der Lage, Bilder und Videos im Mix abzuspielen. Da muss man erst die Bilder und dann die Videos zeigen. Aber das ist nicht sinnvoll, da die kurzen Videoclips ja an der passenden Stelle zwischen den Bildern ablaufen sollen. Alle Videoclips einer Urlaubsreise nacheinander ablaufen zu lassen ist Unfug!
Meines Wissens ist derzeit nur IrfanView in der Lage, einen solchen Mix problemlos (sogar per "Maus-Fernsteuerung") zu zeigen.

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Video-Dateiformate

Die von den Kameras aufgezeichneten Videoclips haben unterschiedliche Endungen ("Container"), die aber nicht viel über den jeweils verwendeten Codec aussagen. Trotzdem geben sie einen Hinweis darauf, welche Probleme man bei der Vorführung und Bearbeitung erwarten kann.


"Containerformate"

AVI

Die übliche Endung der Video-Clips ist *.AVI. Hier verbirgt sich bei Digitalkameras meist der M-JPEG-Codec, bei dem ein Bild nach dem anderen gespeichert wird. Dazu müssen die einzelnen Bilder natürlich stark reduziert werden, was entsprechende JPG-Artefakte ergibt. Der Speicherbedarf ist sehr hoch. Dafür ist aber ein verlustfreier Schnitt möglich →Hinweise
Falls die AVI-Dateien aber nicht von Digitalkameras stammen, können sich dahinter auch andere Formate verbergen. Dann ist der Schnitt allerdings nicht mehr verlustfrei. Ansehen und Bearbeiten ist aber mit den gleichen Programmen möglich.

MOV

Digitalkameras, die Videoclips mit der Endung *.MOV (Quicktime) erstellen, speichern zumeist ebenfalls mit M-JPEG. Deshalb ein ähnlich hoher Speicherbedarf wie bei AVI-Kameras..
Diese Videos können aber unter Vista mit dem MediaPlayer nicht angesehen werden. Es muss ein zusätzlicher Player installiert werden.
Der kostenlose VLC-Player (sh. "Links") kommt zwar problemlos mit fast allen Video-Formaten zurecht, aber was mache ich, wenn ich z.B. meine Videos bei Freunden vorführen will? Oder wenn ich sie mit dem WIN-Movie-Maker bearbeiten will?
Deshalb empfehle ich eine - allerdings nicht ganz verlustfreie - Lösung: Die Umwandlung in AVI. Hier hat man dann die Wahl zwischen dem M-JPEG Codec oder z.B. MPEG-4. Letzterer benötigt deutlich weniger Speicherplatz, da nur die Veränderungen von Bild zu Bild gespeichert werden.

Bei MOV-Dateien mit HD-Videos von Canon-Kameras (→Beispiel-Filmchen) liegt der "h.264" Codec (Part 10 aus dem MPEG-4 Standand) vor, der unter Vista mit dem Quicktime-Player nicht abgespielt werden kann. Der MS-MediaPlayer spielt ihn allerdings problemlos ab, wenn man entsprechende Codecs (z.B. K-lite V. 4.5.3 -Basic) installiert hat. MOV-Videos sollten umgewandelt werden →Hinweis

MPG

Dahinter verbirgt sich ein Videostrom nach dem MPEG-1 oder MPEG-2 Standard. MPEG-4 ist zwar erlaubt wird aber so gut wie nie darin verpackt. Sie können problemlos abgespielt werden.
Vorteil: geringer Speicherbedarf. Nachteil: verlustloser Schnitt ist nicht möglich.

MP4

Handy-Kameras erstellen meist Videoclips mit dieser Endung. Dahinter verbergen sich in der Regel MPEG-4 Part 2 (xvid, divx, ms-mpeg4,...) oder MPEG-4 (Part 10/h.264), mit denen viele Player klarkommen. Auch IrfanView spielt diese Videoclips (wenn sie nicht das gestauchte 16:9 Format verwenden) völlig normal ab, wenn zuvor entsprechend konfiguriert wurde. Bei ThumbsPlus muss MP4 angekreuzt werden. Der WIN-Movie-Maker akzeptiert MP4 allerdings nicht.

 

AVC-HD (Endung *.MTS)

Hinter der Bezeichnung AVC-HD (Advanced Video Codec High Definition) verbirgt sich eine Variante des H.264 Standards. Sie wurde 2006 von Panasonic und Sony entwickelt und bisher nur in Camcordern verwendet. Inzwischen setzen es auch Digitalkameras ein, um die Datenflut von HD-Videos zu bewältigen. Allerdings werden hier nicht - wie bei den o.g. Formaten - einzelne kurze Videoclips erzeugt, die zwischen Digitalbildern vorgeführt werden können, sondern eine zusammenhängende große Datei. Zur Videobearbeitung sind extrem schnelle Prozessoren erforderlich. Selbst DuoCore ist zu langsam.

Die aktuelle Version des WIN-MediaPlayers und der VLC-Videoplayer (Links) bewältigen derzeit dieses Format. Auch der Any-Video-Converter kann das Format lesen und somit können damit Abschnitte herausgeschnitten werden.

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Video-Format 16:9

Da alle modernen TV-Geräte das Breitformat 16:9 verwenden, ist es sinnvoll, dass auch die Videoclips der Digitalkameras dieses Seitenverhältnis benutzen. Alte Kameramodellen verwendeten das Videoformat 848 x 480. Üblich ist heute aber das Format 1280 x 720 (720p). Die Profi-SLR (!) Canon 5D MarkII mit Vollformat-Sensor und einige moderne Kompaktkameras filmen sogar mit 1920 x 1080 im Voll-HD-Qualität!  →Beispiel-Filmchen
Selbstverständlich kommen solche Videos nur auf entsprechenden HD-Flachbildschirmen voll zur Geltung.

Das 16:9 Format ist sicherlich das Format der Zukunft.
Einen speziellen 16:9 Sensor - gegen den ich an anderer Stelle kräftig gelästert habe (→Hinweis) - benötigt man bei Video nicht. Jede Digitalkamera mit mehr als 2 MP könnte ein 16:9 Videoformat liefern.

Wie auch einige Camcorder verwenden auch manche Kameras das gestauchte Format 1440 x 1080. Bei der Wiedergabe werden die Pixel in die Breite gestreckt, so dass sich dann das HD-Format 1920 x 1080 ergibt. 

Henner, 09.01.2010

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Standbilder aus Videos erstellen

Wenn man nicht zu hohe Ansprüche an die Bildqualität stellt, können auch "Standbilder" aus einem Video herauskopiert werden.
Das nebenstehende Standbild-Beispiel stammt aus meinem Laos-Bericht mit der F10. Ein Ausschnitt aus dem betr. Videoclip kann hier auch aufgerufen werden. Er ist aber sehr stark reduziert und verkürzt, also kein echter Genuss.

Der Film wird dazu mit dem MS-Media-Player abgespielt und an der betr. Stelle wird unten links (neben dem Schieberegler) die Stopptaste betätigt. Mit dem Schieberegler kann man nun exakt das gewünschte Bild anfahren. Es wird dann mit der Taste "Druck" (print) in den Zwischenspeicher übernommen.
Es hat sich bei XP bewährt, im Media-Player unter "Tools > Options > Performance" die "Video accelleration" auf "None" zu stellen.

Achtung: Bei Vista wird das Video angehalten und wieder gestartet mit dem mittleren Knopf ( I I bzw. ►). Alles andere ist wie bei XP.

Ruft man nun das IrfanView-Programm auf und wählt "Bearbeiten > Einfügen", so erscheint das Standbild. Es kann nach den üblichen Regeln bearbeitet und gespeichert werden.

Mit dem kostenlosen Programm IrfanView können seit Version 4.10 nur dann Standbilder erstellt werden, wenn in "Optionen > Einstellungen > Video" das Kästchen "DirectShow" nicht angehakt  und der entspr. Video-Codec installiert ist.

Großformat Bildbeispiel, aus einem Video der 6500fd

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Anforderungen an die Video-Funktion von Digitalkameras

War man anfangs schon zufrieden, wenn eine Digitalkamera einige Sekunden Videos im QVGA-Format und ohne Ton aufnehmen konnte, so sind inzwischen die Anforderungen immer weiter angestiegen.

Format:
VGA ist heute Mindest-Standard. 720p (720 x 1280) und Full-HD (1080 Bildhöhe) wird immer öfter geboten

Bilder/Sekunde
Für die ruckelfreie Darstellung schneller Bewegungen (vorbeifahrende Autos usw.) sind selbst 25 Bilder/Sekunde nicht genug.

Ton:
Manche Kameras bieten bereits Stereoton und einen Stecker für ein externes Mikrofon

Zoom:
Manche Kameras ermöglichen manuelles Zoomen, andere sogar mit (leisem!) Motorzoom

Automatische Anpassung:
Blende und sogar Schärfe werden bei Schwenks und Zoom vielfach automatisch (fast lautlos!) und schnell angepasst.
Hier liegt derzeit noch ein gravierender Schwachpunkt der videofähigen SLRs. Nur die Panasonic GH1 erfüllt diese Forderung.

Stabilisator:
Bei vielen Kameras ist der Stabilisator auch bei Videos aktiv.

Lichtempfindlichkeit:
Gute Kameras ermöglichen Video auch bei sehr schwacher Beleuchtung, die bei Fotos (bei 100 ISO ; Blende 2.8) 1/2 Sek. erfordert. (Beleuchtungssituation bei meinem Tanzklub)

Monitorsucher:
Gegenüber dem ausklappbaren Monitor hat der Monitorsucher Vorteile. Da  - im Gegensatz zu Fotos - der Ausschnitt nicht nachträglich korrigiert werden kann, ist auch  bei heller Umgebung eine exakte Ausrichtung wichtig. Außerdem wird - durch die Abstützung am Kopf - die Kamera ruhiger gehalten, als am ausgestreckten Arm. Ein guter Stabilisator kann zwar ein "Zittern" der Hand, aber nicht ein "Schlenkern" der Kamera kompensieren.

Auslöser:
Viele Kameras haben einen separaten Auslöser für die Videofunktion.

Wenig Störungen:
Streifenbildung bei hellen Lichtern ("Smear" bei CCD-Sensoren) bzw. der "Jelly Movie Effekt" (bei CMOS-Sensoren) sollte möglichst wenig auftreten.

Schnittstellen:
Stecker für Standard USB2 (mini) und die Verbindung mit einem TV-Gerät. Mind. VGA, besser HDMI

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Letzte Überarbeitung: 09.01.2010