| Was würde ich kaufen? |
| Schon zu meinen "Analog-Zeiten" stellte
sich mir die gleiche Frage: Spiegelreflex- oder Taschenkamera? Was nun folgt, ist meine ganz persönliche Meinung und ich würde mich nicht wundern, wenn sie bei einigen Lesern auf erheblichen Widerspruch stößt. |
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Wie bei fast jedem Foto-Amateur war auch für
mich vor Jahren eine Spiegelreflexkamera der Inbegriff einer
Traumkamera! Mit der damals brandneuen Minolta XD7 (erste SLR mit Zeit-
und Blendenautomat) erfüllte ich mir 1977
dann endlich diesen Traum. 1988 gönnte ich mir zum Geburtstag die Minolta Dynax 7000i,
die erste erfolgreiche SLR mit Autofokus.
Ergebnis: Im Digital-Zeitalter gab es anfangs eine andere Situation. Bis etwa 2002 stand man bei der Entscheidung für eine Kamera vor der Wahl: "Groß und gut oder klein und weniger gut?". "Groß" bedeutete damals (da es noch keine erschwinglichen SLRs gab) z.B. Fuji 6900 (--> "Vietnam") oder Fuji 602, die beide Tele bis 210 mm und alle Belichtungs-Optionen boten. "Klein" bedeutet z.B. Ixus v3 mit nur 2x Zoom und rel. schwacher Bildqualität. 2003 tauchten dann
die ersten Mini-Kameras (Fuji
F10) auf, die bezüglich Bildqualität mit den damaligen
großen Kameras mithalten konnten. Inzwischen haben die "Kleinen" weiter aufgeholt. 210 mm Tele ist kein Thema mehr, manuelle Belichtungsmöglichkeiten, HD-Video usw. auch nicht mehr. Die Gegner heißen heute große Superzoom- und Systemkameras mit Wechseloptik. Wenn man - wie ich - extreme Telewerte selten oder nie benötigt, dann sind große, lichtstarke Superzoomkameras keine Alternative zu einer (guten!) Taschenkamera, zumal sie bezüglich Bildqualität zumindest gleichwertig sind. Da ich absolut sicher bin, dass bei 95% meiner Motive (Urlaubsfotos, Blitzaufnahmen usw.) die Bildqualität einer (guten) Minikamera sich nicht merklich von der einer Systemkamera unterscheidet. Letztere sind eigentlich nur für besondere Situationen (als "Zweitkamera") eine Alternativ. Und auf die von mir inzwischen lieb gewonnenen 24mm Weitwinkel müsste ich aus Kostengründen auch verzichten. Außerdem würden mir sehr viele Bilder entgehen, weil eine große Kamera sehr oft zu Hause bleibt! (Beispielfotos) |
Kompakt-Kameras mit lichtstarker Optik
Solange man mit seiner (guten!)
Taschenkamera bei Sonnenschein und 100 ISO arbeiten kann, wird es an der
Bildqualität
nichts auszusetzen geben.
Es gibt zwei Gründe,
eine Kamera mit großem Sensor zu kaufen:
Wenn stolze SLR-Besitzer von ihrer Kamera
mit dem 3x Zoom-Objektiv schwärmen und sagen, dass sie ja ggf. für
Weitwinkel ein 24mm, für mehr als 84mm ein Tele-Objektiv
und für "Available
Light" Fotos ein lichtstarkes
Festbrennweiten-Objektiv dabei haben,
dann denke ich an meine vergangenen SLR-Zeiten. Ich jedenfalls hatte
immer gerade das falsche Objektiv auf der Kamera und wenn ich dann das
passende hervorgekramt und aufgeschraubt hatte, dann war das Motiv weg
... Henner, 11.01.2012
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Auflösung Vollformat- gegen 1/2,3" Sensor
Ich wurde oft
gefragt, wie denn mein
Standard-Motiv (Rathaus in Hannover) mit einer Kamera mit
Vollformat-Sensor (24x36 cm) aussieht. Dazu habe ich parallel meine
Casio FH100 und eine Canon EOS 5D Mark II (21MP) verwendet.
Wie üblich, wurden beide auf 40 mm und 100 ISO eingestellt.Hier zunächst die 1:1 Ausschnitte. Entsprechend 21 / 10MP (5612 / 3648 Pixel Breite) sind auf dem EOS-Bild natürlich mehr Details zu erkennen. |
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___________________________ Da aber fast alle Amateure ihre Bilder am Bildschirm betrachten, habe ich beide Fotos (von 3744 bzw. 2592 Pixel Bildhöhe) auf die Höhe des derzeit besten Monitors (2560 x 1600 Pixel) reduziert. Hier sind 1:1 Ausschnitte aus beiden Bildern:
Aber selbst ein auf diese
Bildhöhe reduziertes Bild einer (guten!) 6MP Kamera (F31)
würde keineswegs
weniger Details zeigen, da sie deutlich mehr als 1600 "echte
Pixel" pro Bildhöhe liefert! Ich sehe gewisse Ähnlichkeiten zwischen vielen 0815 Baby-SLR Besitzer und den pixelgeilen Superzoom-Kamera Besitzern. Da beide ihre Sonnenschein-Bilder nur am Bildschirm ansehen, bemerken sie die Vorzüge bzw. Nachteile ihrer jeweiligen Kameras gar nicht. |
Bildqualität: Systemkamera = gute "Kleine"?
| Für alle, die jetzt noch immer sagen: "Der kann ja
viel behaupten, ich kann das aber nicht glauben" hier ein Vorschlag.
Da die Mehrzahl der Fotoamateure nur bei guten
Lichtverhältnissen fotografieren und ihre Fotos nur am Bildschirm oder auf
15 x 10 cm Papierbildern ansehen, schlage ich folgendes Experiment vor: |
Mein "Lastenheft" für eine (kleine) "Wunschkamera"
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An
anderer Stelle gebe ich Hinweise, wie man sich vor dem Kauf einer Kamera
einen Überblick über die auf dem Markt vorhandenen Modelle verschaffen
kann. Hier möchte ich mal meine persönliche "Wunschkamera" beschreiben, in der Hoffnung, dass ein Hersteller das liest und eine solche Kamera tatsächlich baut. Als Zielgruppe stelle ich mir Besitzer von großen Wechselobjektiv-Kameras vor, die zwar auch eine Handy-Kamera immer dabei haben, aber zusätzlich eine kleine Hemdentaschen-Kamera als "Zweitkamera" suchen (die dann vermutlich öfter benutzt wird als die Große), die bei 95% der Motive eine Bildqualität liefert, die denen der großen Kamera (fast) entspricht. Ich würde mich freuen, wenn mir viele Leser eine Rückmeldungen schicken, ob ich mit dieser "Wunschkamera" richtig liege und was ich ggf. noch vergessen habe. Besonderen Wert lege ich darauf, dass die Kamera so "dünn" ist, dass sie keine Umhänge-Kameratasche benötigt. "Vollschlanke" Kameras gibt es schon genug. |
| Größe: | Incl. Objektivschutz im Bereich des Objektivs nicht dicker als 33mm, Gehäuse aber deutlich schlanker. (wie z.B. Fuji F550 und die hat ein 15x Zoom!) |
| Objektiv: | Unbedingt 24mm, Tele mind.100mm (ca. 100 mm Tele ist m.E. genug, um andererseits mehr Lichtstärke zu ermöglichen. Die Nikon P300 hat diesen Zoombereich und Blende 1,8, die aber sehr schnell in 4,9 übergeht ...) |
| Lichtstärke: | WW möglichst 2,8 (besser natürlich mehr, wenn das keine Abstriche bei der Bildqualität bedeutet und die Kamera nicht dicker wird) |
| MP: | 10MP reichen völlig, wenn die Auflösung so gut wie bei der G12 oder FH100 (bei 24mm) ist |
| Sensortyp: | 4:3 BSI-CMOS-Sensor (Wegen der Serienbild-Geschwindigkeit und besseren Video-Qualität); Ideal: Multiformat-Sensor |
| Sensorgröße: | Mind. 1/2,3" |
| Bildqualität: | Auflösung in Bildmitte nah der 80% Linie; gute Randschärfe (zumindest im WW-Bereich (wie FH100)) ; 400 ISO ohne nennenswerte Einschränkungen einsetzbar. |
| Vorgabemöglichkeit: | Schärfung; Farbsättigung; Kontras; evtl.
auch Rauschglättung; 100 ISO für max. Auflösung |
| Belichtung: | Echte Irisblende, S, A, und manuell möglich; Bis zu 15 Sek. einstellbar; mind. 10 Bilder mit bis zu mind. 10 Bilder/Sek. (Kein Problem mit BSI-CMOS) |
| Selbstauslöser. | 2, 10 Sek und "10 Sek. + 3 Serienbilder (auch mit Blitz)" →FH100 |
| RAW | Für die Zielgruppe sinnvoll, für mich persönlich allerdings weniger wichtig →Hinweis |
| Fokusgeschwindigkeit | So schnell wie SLR bzw. Casio ZR100 |
| Monitor | 3" mit mind. 460 000 Subpixel; refexionsarm |
| Blitz | Herausfahrbarer Blitz; Standard-Blitzlichtstecker für Zusatzblitz auf Blitzschiene (→Bild); Vorblitz abschaltbar |
| Video-Format: | Full-HD; 30 B/Sek. |
| Video-Eigenschaften: | Zoom möglich; Schärfenachführung (Vorbild: Panasonic-Kameras); Normaler Auslöser benutzbar →Hinweis |
| Akku. | möglichst 1950 mAh (Wie F10 und FH100) |
| Bedienung | Ein-/Aus mit Schiebeschalter (keine versehentliche Betätigung); Möglichkeit, mind. zwei beliebige Programmvorgaben direkt anzuwählen. |
| Preis | Bei einer solche Top-Kamera werden anspruchsvolle Käufer nicht auf den Preis achten |
| Anmerkungen: | Auf Zubehörschuh (wenn es einen
Blitzstecker gibt!), externen elektronischen
Sucher, beweglichen Monitor und viel Tele kann (muss)
verzichtet werden, um die Kamera in der Größe zu beschränken. Wenn der derzeitige Aufwand, um noch bei 16MP rel. gute Bildqualität zu erreichen, konsequent bei 10MP angewendet würde, würde möglicherweise ein 1/2,3" Sensor reichen, was sich ebenfalls positiv auf die Größe der Kamera (→Lichtstärke der Optik) auswirken würde. |
| Völlig überflüssig: | Wechseloptik, GPS; Personen-Erkennung; 3D-Bilder; "Lächel-Automatik"; Bunte Gehäuse, unsinnig hohe ISO-Vorgabewerte. |
| Henner, 15. Juni 2011 | |
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Letzte Überarbeitung:
11.01.2012